Habemus Note! #4

6 Wochen + 5 Tage waren es diesmal. Die Noten an sich sind noch nicht in der Notenübersicht online, somit kann ich auch zum Notenspiegel noch nichts sagen – aber die Klausurkommentare wurden heute veröffentlicht!

Die Kommentare zu L1 unterscheiden sich grundlegend von denen zu G1/P1/P2 und zwar insofern, als dass hier keinerlei verbale Kommentierung vorliegt, sondern die jeweilige Fragennummer, maximal erreichbare Höchstpunktezahl und erreichte Punktezahl tabellarisch nach Klausurabschnitten aufgelistet ist.

Der langen Rede kurzer Sinn:

Note: 1,7

Aufgeschlüsselt wie folgt:

Teil 1 (Terminologische Fragen) – 14,5/20 Punkte
Teil 2 (Erzähltextanalyse) – 18/20 Punkte
Teil 3 (Epochen/Gattungen, Literaturtheorie) – 19/20 Punkte

Dass Teil 1 vergleichsweise der Schlechteste sein würde, war mir völlig klar. In der Tat habe ich aber sogar mehr Punkte dafür bekommen, als erwartet – gerechnet hätte ich mit etwa 12.

Dass ich für Teil 3 beinahe die volle Punkteanzahl bekommen habe, zaubert mir einen breiten und doch relativ ungläubigen Grinser ins Gesicht – besonders wenn ich darüber nachdenke, wie schwer mir dieser Teil schon beim Lernen insgesamt gefallen ist. Im letzten Semester, das ich ja umzugsbedingt mittendrin abgebrochen hatte, habe ich ja bereits bei der Romantik frustriert das Handtuch geworfen und die Literaturtheorien haben ihrerseits grundsätzlich jegliche, egal wie bruchstückhafte, Verinnerlichung verweigert. Ging einfach nicht ins Hirn.

Sehr interessieren würde mich, wo ich bei der Erzähltextanalyse Punkte verloren habe. So recht will mir das nicht eingehen – ich muss aber einräumen, dass ich die gesamte Fragestellung mittlerweile natürlich nicht mehr im Detail im Kopf habe – es wird daher ein Rätsel bleiben.

Zufrieden bin ich jedenfalls SEHR – und auch ein bisschen stolz, wenn ich meine unglaublichen Startschwierigkeiten mit diesem Modul bedenke und den grossen Unwillen, der damit natürlich einherging. Der Einsatz und Fleiss von Kommilitonin #C und mir im 2. Anlauf, allerdings, der hat sich sehr gelohnt und im Lauf des langsamen und gründlichen Erschliessens der Inhalte habe ich entdeckt, dass mir die Literaturwissenschaft offenbar doch wesentlich mehr zusagt, als Geschichte und Philosophie. Nicht zuletzt auch wegen des hohen Wiedererkennungseffekts, denke ich.

Grosse Erleichterung macht sich breit und jetzt kann ich mich endlich zu 100% auf L2 konzentrieren!

L1: abgehakt, erledigt, fertig, done, never again!

4 down, 7 more to go.


EDIT: Der Notenspiegel wurde mittlerweile bereits ebenfalls veröffentlicht.

126 Studenten haben die Klausur mitgeschrieben, 102 davon haben diese auch bestanden. 24, oder 19,05%, sind leider durchgefallen. Der Notenschnitt liegt bei 3,08.

Umfassende Leseliste, Auszug aus den online Vorlesungen zu L1

Anbei findet Ihr die vorgeschlagene Leseliste zu allen in L1 behandelten Epochen, entnommen aus den online Vorlesungen, die natürlich nur L1-Belegern vorbehalten sind. Da man aber Literaturvorschläge zu diversen Epochen grundsätzlich ohnehin überall im Internet finden kann – dies also natürlich kein Hagen-spezifisches Wissen ist – gehe ich davon aus, die Leseliste hier teilen zu dürfen. Zum Teil ist es auch einfach eine Gedankenstütze für mich selbst, anhand derer ich „abhaken“ kann, was ich bereits selbst gelesen habe, zum Teil kann sich der zukünftige L1-Beleger schon vorab, so er denn Lust dazu hat, anhand der Leseliste ein wenig mit der Materie beschäftigen.

(Hinweis: das Lesen der hier angeführten Literatur ist für das Bestehen von L1 keine Voraussetzung!)

Fettgedruckt ist das von mir bereits Gelesene, bzw. das gerade aktuell auf meinem Kindle Befindliche. Ziel ist, aus jeder Epoche mindestens drei Werke zu lesen.

Für eine Liste an Quellen für gratis eBooks, folgt bitte diesem Link.


Aufklärung

Barthold Heinrich Brockes | Irdisches Vergnügen in Gott
Friedrich von Hagedorn | Versuch in poetischen Fabeln und Erzehlungen
Johann Christoph Gottsched | Der sterbende Cato
Christian Fürchtegott Gellert | Das Leben der schwedischen Gräfin von G***
Friedrich Gottlieb Klopstock | Messias
Gotthold Ephraim Lessing | Miss Sara Sampson
Lessing/Diderot | Das Theater des Herrn Diderot
Christoph Martin Wieland | Geschichte des Agathon
Gotthold Ephraim Lessing | Emilia Galotti
Gotthold Ephraim Lessing | Nathan der Weise

Sturm und Drang

Johann Gottfried Herder | Auszug aus einem Briefwechsel über Ossian
Johann Gottfried Herder | Stimmen der Völker in Liedern
Johann Wolfgang Goethe | Rede zum Shakespeare Tag
Johann Wolfgang Goethe | Götz von Berlichingen
Johann Wolfgang Goethe | Die Leiden des jungen Werthers
Johann Wolfgang Goethe | „Urfaust“
Friedrich Schiller | Die Räuber
Friedrich Schiller | Kabale und Liebe
Jakob Michael Reinhold Lenz | Der Hofmeister oder Vortheile der Privaterziehung

Klassik

Friedrich Schiller | Maria Stuart
Friedrich Schiller | Wallenstein
Friedrich Schiller | Über Anmut und Würde
Friedrich Schiller | Über naive und sentimentalische Dichtung
Johann Wolfgang Goethe | Iphigenie auf Tauris
Johann Wolfgang Goethe | Faust I
Johann Wolfgang Goethe | Römische Elegien
Goethe/Schiller | Musenalmanach für das Jahr 1798 (Balladen)

Frühromantik

Ludwig Tieck | Der blonde Eckbert
Ludwig Tieck | Der gestiefelte Kater
Wilhelm Heinrich Wackenroder | Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders
Friedrich Schlegel | Lucinde
Novalis | Hymnen an die Nacht
Novalis | Heinrich von Ofterdingen

Hoch- und Spätromantik

Heinrich von Kleist | Das Käthchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe.
Achim von Arnim/Clemens Brentano | Des Knaben Wunderhorn
Jakob und Wilhelm Grimm | Kinder- und Hausmärchen
Ludwig Uhland | Schwäbische Kunde
E.T.A. Hoffmann | Der goldene Topf
E.T.A. Hoffmann | Der Sandmann
Joseph von Eichendorff | Aus dem Leben eines Taugenichts
Ludwig Tieck | Waldeinsamkeit

Junges Deutschland/Vormärz

Heinrich Heine | Reisebilder (3 Teile)
Ludwig Börne | Briefe aus Paris
Christian Dietrich Grabbe | Napoleon oder die 100 Tage
Georg Büchner | Danton‘s Tod
Georg Büchner | Lenz
Georg Büchner | Woyzeck
Heinrich Heine | Deutschland, ein Wintermärchen

Realismus

Gustav Freytag | Soll und Haben
Gottfried Keller | Die Leute von Seldwyla

Ästhetizismus

Stefan George | Algabal
Stefan George | Das Jahr der Seele
Hugo von Hofmannsthal | Der Tor und der Tod
Hugo von Hofmannsthal | Poesie und Leben
Hugo von Hofmannsthal | Ein Brief
Hugo von Hofmannsthal | Das Gespräch über Gedichte
Arthur Schnitzler | Leutnant Gustl
Thomas Mann | Die Buddenbrooks
Thomas Mann | Der Tod in Venedig
Rainer Maria Rilke | Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge

Avantgarde

Franz Kafka | Brief an den Vater
Franz Kafka | Die Verwandlung
Franz Kafka | Der Process
Franz Kafka | Das Schloß
Georg Kaiser | Von morgens bis mitternachts
Georg Kaiser | Die Bürger von Calais
Gottfried Benn | Morgue und andere Gedichte
Gottfried Benn | Gehirne
Gottfried Benn | Probleme der Lyrik
Alfred Döblin | Ermordung einer Butterblume
Alfred Döblin | Berlin Alexanderplatz
Ernst Stadler | Der Aufbruch
Walter Hasenclever | Der Sohn
Kurt Pinthus | Menschheitsdämmerung
Franz Werfel | Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig
Ernst Toller | Die Wandlung

Neue Sachlichkeit

Thomas Mann | Der Zauberberg
Hermann Hesse | Der Steppenwolf
Erich Maria Remarque | Im Westen nichts Neues
Bertolt Brecht | Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Bertolt Brecht | Aus dem Lesebuch für Städtebewohner
Robert Musil | Der Mann ohne Eigenschaften
Carl Zuckmayr | Der Hauptmann von Köpenick
Ödon von Horvath | Geschichten aus dem Wiener Wald
Irmgard Keun | Gilgi – eine von uns
Irmgard Keun | Das kunstseidene Mädchen
Hans Fallada | Kleiner Mann – was nun?

Exilliteratur

Johannes R. Becher | Deutscher Totentanz
Lion Feuchtwanger | Geschwister Oppermann
Lion Feuchtwanger | Exil
Thomas Mann | Joseph und seine Brüder
Thomas Mann | Lotte in Weimar
Heinrich Mann | Die Jugend des König Henri Quatre
Heinrich Mann | Die Vollendung des König Henri Quatre
Irmgard Keun | Nach Mitternacht
Anna Seghers | Das siebte Kreuz
Amma Seghers | Transit
Bertolt Brecht | Furcht und Elend des Dritten Reiches
Bertold Brecht | Svendborger Gedichte
Bertold Brecht | Mensch von Sezuan
Bertold Brecht | Mutter Courage und ihre Kinder

The Aftermath…

Sekt

Kommilitonin #C und ich beim Post-Klausuren-Sekt

Den Abend bei einem Spieleabend mit sehr guten Freunden ausklingen lassen… diesen aber vergleichsweise „früh“ beendet (- um Mitternacht), weil mein Körper, insbesondere meine Augenlider, sich wie Blei angefühlt haben. Trotz zweier Kaffees spätabends.

Daheim dann noch bis 3:15 in der Früh wach im Bett gelegen.

Vor lauter Müdigkeit beinahe unfähig, mich zu bewegen – aber mein Hirn: „IDIDITIDIDITOMGIDITITYEAAAAAAAAAAHHHHHHLETSPARTYCOMEON!!!!“

(Zitierte direkte Rede, btw. OMG STOP!)

Ich bin müde.

Ein intensives Nachbesprechen der Klausur in der entsprechenden Facebook-Gruppe, lässt mich jedenfalls doch ein wenig tiefenentspannter durchatmen: wir scheinen uns bei den meisten der Antworten alle durchaus einig zu sein. Zumindest einig genug, dass ich zu behaupten wage, das Minimum der 7 Punkte in jeder Teilprüfung auf jeden Fall erreicht zu haben.

2 Fragen sorgen aber für Aufregung, und das absolut berechtigt, wie ich meine. Zum einen wurde eine Frage nach dem Schema „Streichen Sie das nicht dazugehörige Wort dieser Wortgruppe und ersetzen Sie es durch das Fehlende“ gestellt, deren Beantwortung offenbar nicht nur mir nicht möglich war – da ich 2 der 3 betreffenden Worte in meinem Leben noch nicht gehört habe… und damit bin ich ganz offensichtlich nicht die Einzige. Die Studienbriefe und das Glossar schweigen dazu und im Moment herrscht da deswegen durchaus auch ein wenig (gerechtfertigte) Aufregung.

Zum Anderen wurde bei der Bestimmung der rhetorischen Figuren und Tropen dieser Satz in den Raum gestellt: „Der Kaiser wurde sowohl als Spieler, als auch als Trainer Weltmeister.“ Soweit so gut – es handelt sich um eine Antonomasie – was man allerdings NUR wissen kann, wenn man mit entsprechendem Vorwissen auch weiss, dass „Der Kaiser“ für Franz Beckenbauer steht – was meiner unserer Meinung nach keinesfalls einfach vorausgesetzt werden kann. Nicht jeder interessiert sich für Fußball – nicht jeder ist aus Deutschland, wo dieses Wissen noch eher zum Alltag gehört, als anderswo.

Beantwortungsstatistiken zu dieser Frage in Zusammenhang mit studentischer Herkunft wären hier im Nachhinein sicher interessant.

Sei’s drum. Posting auf diesem Blog wird demnächst sehr wahrscheinlich wieder eher sporadisch – in der Zwischenzeit wird’s dafür wieder mehr auf meinem Häkelblog Crochetophile’s Parlor zu lesen geben, wen’s interessiert!

Überstanden!

Mein (unfreiwilliges) Jahresprojekt „L1“ dürfte abgeschlossen sein. Die Klausur war doch schwieriger, als erwartet – besonders der erste Teil. Alles in Allem bin ich aber ganz gut durchgekommen und ganz guter Dinge – obwohl sich die im Vorfeld einkalkulierten Punkteverluste durch nicht auswendig gelernte Lexika bewahrheitet haben, leider auch einige andere, aber dies dürfte einem „geschafft“ dennoch keinen Abbruch tun, denke ich. (Hoffe ich.)

(Seit heute exisitert übrigens das „Metzlers Philosophielexikon“ – wenn auch nur in meiner Klausur – HA!)

Und so beginnt mal wieder die nervige Wartezeit… die bei L1 angeblich um Einiges kürzer ist, als bei den P und G Einführungsmodulen.

Und morgen beginnt mein Projekt: Literatur lesen! Ich werde – klausurgemäss – mit Dramen der Aufklärung beginnen: G.E. Lessings Emilia Galotti, Nathan der Weise & Miss Sara Sampson!

Ich hoffe, Euch ist es ebenfalls gut ergangen – und viel Erfolg auch an alle nicht-L1ler, die ihre Klausuren und Prüfungen für dieses Semester noch vor sich haben!

(PS: Von meiner Sitznachbarin, die nicht Kommilitonin #C war und von der ich auch nicht abgeschrieben habe, wurde ich begrüsst mit: „Du bist die mit dem Blog, gell?“ Wie cool! Hi, Kommilitonin #N! 😉 )

9 Stunden und 6 Minuten

Sapperlott, um 6 Minuten haben wir nicht mit unserem gestrigen Skype-Marathon Schritt halten können.

Literaturtheorien, Genette, Literaturrecherche, Editionswissenschaften, Rhetorik, Dramenanalyse, Lyrikanalyse – alles in einem Aufwasch.

Die Arbeits- und Hilfsmittel? Drauf gepfiffen. Ehrlich. Im Zweifelsfall einfach „Metzler“ hinschreiben und wahrscheinlich landet man damit ohnehin einen Zufallstreffer.

Ich meine… „Deutsche Literaturgeschichte“ und „Geschichte der deutschen Literatur“, sowie „Sozialgeschichte der deutschen Literatur“ und „Deutsche Literatur. Eine Sozialgeschichte“ hat doch ein bisschen was von…

Judäische Volksfront

Jedenfalls. „Nur noch 13 Stunden bis zur Klausur“ steht in meinem Countdown.

20 hours to go…

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So hat’s heute den ganzen Tag über auf meinem Esstisch ausgesehen. Ich bin fix und alle (- Hendiadyoin! HA!) – habe allerdings jetzt durchaus ein ganz gutes Gefühl im Sinne von: wird schon reichen. Kommilitonin #C rocks. Also, sie im Allgemeinen und das Lernen mit ihr im Besonderen. (Wie war das nochmal mit der Fabel und G.E. Lessing? „Die Fabel ist die Rückführung des Allgemeinen auf das Besondere. Der Autor soll Fabeln dichten, denn nur so kann er zum Genie werden.“ Genau.)

Zugegebenermaßen: ich schwimme in der Lyrikanalyse, ganz besonders in den Strophenformen. Die kann ich abschreiben. Also, nicht vom Sitznachbarn morgen, ihr wisst schon was ich meine. (Man darf ja nichtmal vergessen, sein Handy vor der Klausur auszuschalten, denn wenn sich dieses erdreistet zu läuten oder zu brummen während der 4 Stunden Klausur, selbst wenn es gut verstaut in der Tasche am Boden hinter einem liegt und man nichtmal mit einer zuckenden Wimper darauf reagiert – wird man wegen Betrugsversuchs des Raumes verwiesen, vielleicht sogar der Uni. Ja, ernsthaft. Man kann echt alles übertreiben. Daher werde ich ganz bestimmt nicht vom Sitznachbarn abschreiben, nichtmal, wenn es sich dabei um Kommilitonin #C handeln sollte.) Die Versmaße an sich kann ich unterscheiden – die Frage ist, ob ich sie auch erkenne, wenn ich sie vor mir liegen habe. Aber gut, man kann nicht alles wissen. (Warum der Ehemann kichern musste, als er im Vorbeigehen mich beim Einüben der Rhythmik des Alexandriners gehört hat…? x-/x-/x-//x-/x-/x-(/x) – gar nicht komisch!) Genette geht besser, als erwartet. Sogar die Figuren und Tropen gehen besser als erwartet. Das System der Rhetorik… Moment… inventio – dispositio – elocutio – memoria – pronuntiatio. Und exordium – propositio – narratio – argumentatio – peroratio. Mal schnell nachcheck… mmhm… ok… YAY… geht ganz passabel. Die Epochen und Gattungen habe ich heute wieder heillos durcheinandergebracht – the downside of last-minute-short-term-memory-cramming.

Bis morgen muss es drinbleiben, dann darf sich mein Hirn auskotzen. Hold your shit together, brain!

13 Stunden to go – ich sollte dann vielleicht mal mich zu Bette begeben. (- Inversion. Ha!)

4 Augenpaare…

…wenn Blicke töten könnten, ui!

Vögel
Angepisste Gesichtsausdrücke bei Wellensittichen: hier ist der Beweis. Sorry, guys. Heute wird mal nicht rumgeflogen und den ganzen Tag gequasselt, sondern Euer Aufenthaltsort völlig unzeremoniell ins Nebenzimmer bei geschlossener Tür verlegt. Mea culpa, morgen ist alles wieder gut.

9 Stunden und 12 Minuten

Statt Bibliothek gab es heute Skype mit Kommilitonin #C.

Und zwar zwischen 9:00 Uhr und Mitternacht für insgesamt 9 Stunden und 12 Minuten. 9 Stunden und 12 Minuten, in denen wir uns 300 Jahre Literaturgeschichte ins Hirn gepeitscht haben.

(Was meine 4 Wellensittiche zu der Annahme veranlasst hat, sie hätten das Recht darauf, die ganze Zeit mitzureden und sich lautstark einzumischen, beziehungsweise meine weisen Ausführungen zu relevanten Themen der Aufklärung, des Sturm und Drang, der Klassik, der Romantik, des Vormärz, des Realismus, der Moderne und der Exilliteratur frech zu übertönen. Mühsam während einer Skype-Konferenz.)

(Habe „Mordende“ stat „Moderne“ geschrieben, mich vertippenderweise, und hätte es beinahe so stehen lassen und auf Autocorrect geschoben, das ich gar nicht aktiviert habe.)

(Aufklärung 1690-1770, Sturm und Drang 1767-1790, Klassik 1786-1805, Romantik 1795-1848, Vormärz 1815-1848, Realismus 1848-1890, Moderne 1890-1933, Exilliteratur 1933-1945 – jetzt mal schnell so aus dem Kopf getippt. Schnell nachkontrollieren… YES!!!)

Jetzt geht es mir besser, obwohl ich das leicht ungute Gefühl habe, Teile meines Gehirns würden mir aus den Ohren fliessen. (Auch wegen der Wellensittich-Beschallung.)

Selbiges wiederholen wir morgen: Literaturtheorien, Genette, Dramatik, Lyrik, Rhetorik, Wellensittich-Beschallung. Ein ambitioniertes Unterfangen, aber sehr wirkungsvoll. Durch Quatschen und Vorquatschen lassen bleibt bei mir am Meisten hängen.

Himmel, was werde ich nur mit all der Freizeit ab Samstag anfangen…?

Und so sind es nur noch 3…

Ich freunde mich langsam mit dem Gedanken an, diese Klausur vielleicht auch nicht zu schaffen – ganz in echt. Und das bei gefühltem Pauk-Aufwand von nie dagewesener Menge und Intensität. Aber irgendetwas mache im Vergleich zu den anderen Modulen bis jetzt falsch.

Morgens skype ich stundenlang mit Kommilitonin #C, ab mittags sitze ich dann bis spätabends in der Bibliothek – was mir eigentlich bis dato immer Sicherheit gegeben hat, sich diesmal aber eher ins Gegenteil kehrt. Noch immer bin ich nicht mit allen Epochen durch, noch immer sitzen weder Genette, noch Lyrik, noch Rhetorik.

Panik ist kein gutes Grundgefühl… auf der anderen Seite frage ich mich: warum eigentlich Panik? Hängt ja nichts weiter an dieser Klausur, als mein eigener Stolz. Dieses Studium ist nicht wirklich relevant, ich mache es nur aus Spass an der Freude – die mir, zugegebenermaßen, im Moment ein wenig abgeht – und abgesehen davon hängt die Möglichkeit, mein Studium auch im nächsten Semester weiterführen zu können im Moment ohnehin am seidenen Faden. Studienabbruch, Runde 2. (Cliffhanger, ja. Absichtlich.)

Also, eh egal, eigentlich. Kein Stress. (Hörst Du, Hirn? Kein Stress… fuck you!)

To lighten up the mood a bit eröffne ich der werten Leserschaft hiermit, dass ich mich heuer zum ersten Mal selbst für den sensationellen und äusserst prestige-trächtigen Seppo Blog-Award vorgeschlagen habe und vom Seppo auch tatsächlich nominiert wurde. Dieser Award stellt alle bisher dagewesenen völlig in den Schatten und ich hoffe auf Ruhm und Ehre und massenhaft Clicks und Likes mit meiner Nischenbloggerei, die eigentlich keinen Menschen ausserhalb des FernUni-Dunstkreises interessiert – und da dafür aber ohnehin schon ganz ordentlich. Und da es jetzt da eben auch eine hochoffizielle Grafik für die glücklichen Nominierten gibt, will ich Euch diese voller Stolz natürlich auch nicht vorenthalten:

Seppo Blog Award Nomination

(Die Highlights in meinem Leben sind also – wie ihr seht – eher überschaubar.)

5 Tage noch.

5 Tage, sagt der Countdown links. Meine Lernlust ist auf dem absoluten Nullpunkt angelangt und noch nie hatte ich so wenig das Gefühl, etwas zu können vor einer Klausur. Ganz verstehe ich es eigentlich nicht – denn gleichzeitig hatte ich auch noch nie das Gefühl, während eines Semesters so verdammt viel gelernt zu haben, wie in diesem. Die Hälfte des Stoffes hatte ich an und für sich ja auch schon letztes Semester einmal durch und noch nie zuvor hatte ich jemals wirklich alles exzerpiert und den gesamten Stoff in seiner Ganzheit einmal durch wie dieses Mal. Eigentlich sollte ich mich ganz gut fühlen – aber das Gegenteil ist der Fall. Hatte ich bei den P-Klausuren und bei G1 eigentlich immer das Gefühl, mir schon „irgendwas aus den Fingern saugen zu können“, im Ernstfall, fehlt mir diese Sicherheit im Moment völlig.

Die letzten Tage haben Kommilitonin #C und ich damit verbracht, uns nocheinmal die Literatur- und Kulturtheorien reinzuhämmern und sitzen jetzt gerade nocheinmal an den Epochen und Gattungen. Warum liest sich das alles so, als hätte ich zuvor noch niemals etwas davon gehört? Es ist erschreckend. Ich bin immer noch im Prozess des „Merkens“ – so, so weit entfernt vom versuchten „Wiedergeben“ der Inhalte.

Lyrikanalyse… da hab ich mich zwischenzeitlich durchaus gut damit gefühlt, aber da ich seither mich kaum mehr damit beschäftigt habe, habe ich das Gefühl, dass auch das wieder komplett weg ist.

Einzig bei der Erzähltextanalyse nach Genette habe ich das Gefühl, das mit einer schnellen Wiederholung in den nächsten paar Tagen gleich wieder einigermaßen drauf zu haben. Und das Auswendiglernen der Fachlexika? Forget it. Es ist jetzt an der Zeit, Prioriäten zu setzen – und ich weigere mich, für einen oder zwei Punkte in der Klausur so einen Schwachsinn sinnlos herunterzupauken auf Kosten wertvoller Zeit, die ich für andere Baustellen noch aufbringen muss. Gibt ja genügende davon.

Eigentlich sind es ja in Wahrheit nur noch 4 Tage – also, 4 Lerntage. Montag bis Donnerstag. Wie üblich habe ich mir diese Woche freigenommen mit dem üblichen Plan, diese Zeit von früh bis spät in der Nationalbibliothek zu hocken. So weit, so gut – allerdings scheint sich meine Tochter nun die Windpocken eingefangen zu haben und ich laboriere seit heute Morgen an soetwas wie einer Darmgrippe herum – und mein Nervenkostüm wird immer dünner. Warum passiert sowas immer in der heissen Endphase der Klausurvorbereitung? Vermutlich hat das Universum einfach etwas dagegen, dass ich mich weiterbilde. Vielleicht findet es einfach auch nur einen Heidenspass daran, mir möglichst abwechslungsreich Steine in den Weg zu werfen. Bis jetzt war in jeder Klausurphase immer irgendetwas, das mir das ohnehin Schwierige noch schwieriger machte. Aber:

Watch me navigate the shit out of your rocks, Universe. IN. YO. FACE. BITCH.

(Zumal es zum Aufgeben jetzt ohnehin schon zu spät ist. Und Kommilitionin #C das auch nicht besonders lustig finden würde.) Fazit: L1 hat’s wirklich in sich und ist bis dato das unlustigste aller Module – und zwar ganz egal, wie sehr ich mich in der Vergangenheit über P und G mokiert habe. P1 ist langweilig und knochentrocken – P2 ist völlig unverständlich – G1 ist schier unüberschaubar an Stoffmenge – aber L1 stellt all das in den Schatten. L1 weckt jede Menge Erinnerungen daran, wie sich „Uni“ für mich früher angefühlt hat, vor 15 Jahren, bevor ich sie frustriert und gescheitert an den Nagel gehängt habe.

Ach, pre-Klausuren-Melodrama! Man könnte fast die Uhr nach Deiner Ankunft stellen, I swear.

Etwas müde.

Zum zweiten Mal in dieser Woche: 4 Stunden in der Bibliothek mit #C – im direkten Anschluss an 8 Stunden (- nicht besonders erbaulicher, im Moment) Büroarbeit. Um 22:00 schliesst die Bibliothek – otherwise I’d still be there. (Ja, echt.)

Sagen wir so: es sind zwar nur noch 15 Tage bis zur Klausur – es sind aber auch nur noch 15 Tage bis:

  • unlimited Gehäkele,
  • unlimited SWTOR und – worauf ich mich im Moment ganz besonders freue:
  • unlimited Lesen all (- oder zumindest einiger) der Literatur, über die ich im Moment so viel lese und lerne.

Project Gutenberg, Google Books, amazon – alles gute Anlaufstellen für gratis Klassiker zum Download für den eReader. Auf dem Plan stehen für den Anfang: Stefan Zweigs „Schachnovelle“, Gustave Flauberts „Madame Bovary“, Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“, J.W. von Goethes „Die Leiden des jungen Werther“, Gottfried Kellers „Die Leute von Seldwyla“, Gerhart Hauptmanns „Bahnwärter Thiel“, Arthur Schitzlers „Sterben“.

Ja, ich freue mich schon sehr auf meine Semesterferien.

Ehrlichgesagt freue ich mich aber natürlich auch auf die Klausur, all dem Gemotze zum Trotz, fühle ich mich doch in kaum einer anderen Lebenssituation so jung und lebendig, als während dieser Art von Monster-Lernsessions in der Klausurphase und dem ganzen wahnsinnigen Stress, der damit naturgemäß verbunden ist.

Wird schon alles gut gehen – #C und ich sind sehr fleissig, auch wenn’s recht schwierig ist, das ganze L1-Zeug.