9 Stunden und 6 Minuten

Sapperlott, um 6 Minuten haben wir nicht mit unserem gestrigen Skype-Marathon Schritt halten können.

Literaturtheorien, Genette, Literaturrecherche, Editionswissenschaften, Rhetorik, Dramenanalyse, Lyrikanalyse – alles in einem Aufwasch.

Die Arbeits- und Hilfsmittel? Drauf gepfiffen. Ehrlich. Im Zweifelsfall einfach „Metzler“ hinschreiben und wahrscheinlich landet man damit ohnehin einen Zufallstreffer.

Ich meine… „Deutsche Literaturgeschichte“ und „Geschichte der deutschen Literatur“, sowie „Sozialgeschichte der deutschen Literatur“ und „Deutsche Literatur. Eine Sozialgeschichte“ hat doch ein bisschen was von…

Judäische Volksfront

Jedenfalls. „Nur noch 13 Stunden bis zur Klausur“ steht in meinem Countdown.

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20 hours to go…

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So hat’s heute den ganzen Tag über auf meinem Esstisch ausgesehen. Ich bin fix und alle (- Hendiadyoin! HA!) – habe allerdings jetzt durchaus ein ganz gutes Gefühl im Sinne von: wird schon reichen. Kommilitonin #C rocks. Also, sie im Allgemeinen und das Lernen mit ihr im Besonderen. (Wie war das nochmal mit der Fabel und G.E. Lessing? „Die Fabel ist die Rückführung des Allgemeinen auf das Besondere. Der Autor soll Fabeln dichten, denn nur so kann er zum Genie werden.“ Genau.)

Zugegebenermaßen: ich schwimme in der Lyrikanalyse, ganz besonders in den Strophenformen. Die kann ich abschreiben. Also, nicht vom Sitznachbarn morgen, ihr wisst schon was ich meine. (Man darf ja nichtmal vergessen, sein Handy vor der Klausur auszuschalten, denn wenn sich dieses erdreistet zu läuten oder zu brummen während der 4 Stunden Klausur, selbst wenn es gut verstaut in der Tasche am Boden hinter einem liegt und man nichtmal mit einer zuckenden Wimper darauf reagiert – wird man wegen Betrugsversuchs des Raumes verwiesen, vielleicht sogar der Uni. Ja, ernsthaft. Man kann echt alles übertreiben. Daher werde ich ganz bestimmt nicht vom Sitznachbarn abschreiben, nichtmal, wenn es sich dabei um Kommilitonin #C handeln sollte.) Die Versmaße an sich kann ich unterscheiden – die Frage ist, ob ich sie auch erkenne, wenn ich sie vor mir liegen habe. Aber gut, man kann nicht alles wissen. (Warum der Ehemann kichern musste, als er im Vorbeigehen mich beim Einüben der Rhythmik des Alexandriners gehört hat…? x-/x-/x-//x-/x-/x-(/x) – gar nicht komisch!) Genette geht besser, als erwartet. Sogar die Figuren und Tropen gehen besser als erwartet. Das System der Rhetorik… Moment… inventio – dispositio – elocutio – memoria – pronuntiatio. Und exordium – propositio – narratio – argumentatio – peroratio. Mal schnell nachcheck… mmhm… ok… YAY… geht ganz passabel. Die Epochen und Gattungen habe ich heute wieder heillos durcheinandergebracht – the downside of last-minute-short-term-memory-cramming.

Bis morgen muss es drinbleiben, dann darf sich mein Hirn auskotzen. Hold your shit together, brain!

13 Stunden to go – ich sollte dann vielleicht mal mich zu Bette begeben. (- Inversion. Ha!)

4 Augenpaare…

…wenn Blicke töten könnten, ui!

Vögel
Angepisste Gesichtsausdrücke bei Wellensittichen: hier ist der Beweis. Sorry, guys. Heute wird mal nicht rumgeflogen und den ganzen Tag gequasselt, sondern Euer Aufenthaltsort völlig unzeremoniell ins Nebenzimmer bei geschlossener Tür verlegt. Mea culpa, morgen ist alles wieder gut.

9 Stunden und 12 Minuten

Statt Bibliothek gab es heute Skype mit Kommilitonin #C.

Und zwar zwischen 9:00 Uhr und Mitternacht für insgesamt 9 Stunden und 12 Minuten. 9 Stunden und 12 Minuten, in denen wir uns 300 Jahre Literaturgeschichte ins Hirn gepeitscht haben.

(Was meine 4 Wellensittiche zu der Annahme veranlasst hat, sie hätten das Recht darauf, die ganze Zeit mitzureden und sich lautstark einzumischen, beziehungsweise meine weisen Ausführungen zu relevanten Themen der Aufklärung, des Sturm und Drang, der Klassik, der Romantik, des Vormärz, des Realismus, der Moderne und der Exilliteratur frech zu übertönen. Mühsam während einer Skype-Konferenz.)

(Habe „Mordende“ stat „Moderne“ geschrieben, mich vertippenderweise, und hätte es beinahe so stehen lassen und auf Autocorrect geschoben, das ich gar nicht aktiviert habe.)

(Aufklärung 1690-1770, Sturm und Drang 1767-1790, Klassik 1786-1805, Romantik 1795-1848, Vormärz 1815-1848, Realismus 1848-1890, Moderne 1890-1933, Exilliteratur 1933-1945 – jetzt mal schnell so aus dem Kopf getippt. Schnell nachkontrollieren… YES!!!)

Jetzt geht es mir besser, obwohl ich das leicht ungute Gefühl habe, Teile meines Gehirns würden mir aus den Ohren fliessen. (Auch wegen der Wellensittich-Beschallung.)

Selbiges wiederholen wir morgen: Literaturtheorien, Genette, Dramatik, Lyrik, Rhetorik, Wellensittich-Beschallung. Ein ambitioniertes Unterfangen, aber sehr wirkungsvoll. Durch Quatschen und Vorquatschen lassen bleibt bei mir am Meisten hängen.

Himmel, was werde ich nur mit all der Freizeit ab Samstag anfangen…?

Und so sind es nur noch 3…

Ich freunde mich langsam mit dem Gedanken an, diese Klausur vielleicht auch nicht zu schaffen – ganz in echt. Und das bei gefühltem Pauk-Aufwand von nie dagewesener Menge und Intensität. Aber irgendetwas mache im Vergleich zu den anderen Modulen bis jetzt falsch.

Morgens skype ich stundenlang mit Kommilitonin #C, ab mittags sitze ich dann bis spätabends in der Bibliothek – was mir eigentlich bis dato immer Sicherheit gegeben hat, sich diesmal aber eher ins Gegenteil kehrt. Noch immer bin ich nicht mit allen Epochen durch, noch immer sitzen weder Genette, noch Lyrik, noch Rhetorik.

Panik ist kein gutes Grundgefühl… auf der anderen Seite frage ich mich: warum eigentlich Panik? Hängt ja nichts weiter an dieser Klausur, als mein eigener Stolz. Dieses Studium ist nicht wirklich relevant, ich mache es nur aus Spass an der Freude – die mir, zugegebenermaßen, im Moment ein wenig abgeht – und abgesehen davon hängt die Möglichkeit, mein Studium auch im nächsten Semester weiterführen zu können im Moment ohnehin am seidenen Faden. Studienabbruch, Runde 2. (Cliffhanger, ja. Absichtlich.)

Also, eh egal, eigentlich. Kein Stress. (Hörst Du, Hirn? Kein Stress… fuck you!)

To lighten up the mood a bit eröffne ich der werten Leserschaft hiermit, dass ich mich heuer zum ersten Mal selbst für den sensationellen und äusserst prestige-trächtigen Seppo Blog-Award vorgeschlagen habe und vom Seppo auch tatsächlich nominiert wurde. Dieser Award stellt alle bisher dagewesenen völlig in den Schatten und ich hoffe auf Ruhm und Ehre und massenhaft Clicks und Likes mit meiner Nischenbloggerei, die eigentlich keinen Menschen ausserhalb des FernUni-Dunstkreises interessiert – und da dafür aber ohnehin schon ganz ordentlich. Und da es jetzt da eben auch eine hochoffizielle Grafik für die glücklichen Nominierten gibt, will ich Euch diese voller Stolz natürlich auch nicht vorenthalten:

Seppo Blog Award Nomination

(Die Highlights in meinem Leben sind also – wie ihr seht – eher überschaubar.)

5 Tage noch.

5 Tage, sagt der Countdown links. Meine Lernlust ist auf dem absoluten Nullpunkt angelangt und noch nie hatte ich so wenig das Gefühl, etwas zu können vor einer Klausur. Ganz verstehe ich es eigentlich nicht – denn gleichzeitig hatte ich auch noch nie das Gefühl, während eines Semesters so verdammt viel gelernt zu haben, wie in diesem. Die Hälfte des Stoffes hatte ich an und für sich ja auch schon letztes Semester einmal durch und noch nie zuvor hatte ich jemals wirklich alles exzerpiert und den gesamten Stoff in seiner Ganzheit einmal durch wie dieses Mal. Eigentlich sollte ich mich ganz gut fühlen – aber das Gegenteil ist der Fall. Hatte ich bei den P-Klausuren und bei G1 eigentlich immer das Gefühl, mir schon „irgendwas aus den Fingern saugen zu können“, im Ernstfall, fehlt mir diese Sicherheit im Moment völlig.

Die letzten Tage haben Kommilitonin #C und ich damit verbracht, uns nocheinmal die Literatur- und Kulturtheorien reinzuhämmern und sitzen jetzt gerade nocheinmal an den Epochen und Gattungen. Warum liest sich das alles so, als hätte ich zuvor noch niemals etwas davon gehört? Es ist erschreckend. Ich bin immer noch im Prozess des „Merkens“ – so, so weit entfernt vom versuchten „Wiedergeben“ der Inhalte.

Lyrikanalyse… da hab ich mich zwischenzeitlich durchaus gut damit gefühlt, aber da ich seither mich kaum mehr damit beschäftigt habe, habe ich das Gefühl, dass auch das wieder komplett weg ist.

Einzig bei der Erzähltextanalyse nach Genette habe ich das Gefühl, das mit einer schnellen Wiederholung in den nächsten paar Tagen gleich wieder einigermaßen drauf zu haben. Und das Auswendiglernen der Fachlexika? Forget it. Es ist jetzt an der Zeit, Prioriäten zu setzen – und ich weigere mich, für einen oder zwei Punkte in der Klausur so einen Schwachsinn sinnlos herunterzupauken auf Kosten wertvoller Zeit, die ich für andere Baustellen noch aufbringen muss. Gibt ja genügende davon.

Eigentlich sind es ja in Wahrheit nur noch 4 Tage – also, 4 Lerntage. Montag bis Donnerstag. Wie üblich habe ich mir diese Woche freigenommen mit dem üblichen Plan, diese Zeit von früh bis spät in der Nationalbibliothek zu hocken. So weit, so gut – allerdings scheint sich meine Tochter nun die Windpocken eingefangen zu haben und ich laboriere seit heute Morgen an soetwas wie einer Darmgrippe herum – und mein Nervenkostüm wird immer dünner. Warum passiert sowas immer in der heissen Endphase der Klausurvorbereitung? Vermutlich hat das Universum einfach etwas dagegen, dass ich mich weiterbilde. Vielleicht findet es einfach auch nur einen Heidenspass daran, mir möglichst abwechslungsreich Steine in den Weg zu werfen. Bis jetzt war in jeder Klausurphase immer irgendetwas, das mir das ohnehin Schwierige noch schwieriger machte. Aber:

Watch me navigate the shit out of your rocks, Universe. IN. YO. FACE. BITCH.

(Zumal es zum Aufgeben jetzt ohnehin schon zu spät ist. Und Kommilitionin #C das auch nicht besonders lustig finden würde.) Fazit: L1 hat’s wirklich in sich und ist bis dato das unlustigste aller Module – und zwar ganz egal, wie sehr ich mich in der Vergangenheit über P und G mokiert habe. P1 ist langweilig und knochentrocken – P2 ist völlig unverständlich – G1 ist schier unüberschaubar an Stoffmenge – aber L1 stellt all das in den Schatten. L1 weckt jede Menge Erinnerungen daran, wie sich „Uni“ für mich früher angefühlt hat, vor 15 Jahren, bevor ich sie frustriert und gescheitert an den Nagel gehängt habe.

Ach, pre-Klausuren-Melodrama! Man könnte fast die Uhr nach Deiner Ankunft stellen, I swear.

Etwas müde.

Zum zweiten Mal in dieser Woche: 4 Stunden in der Bibliothek mit #C – im direkten Anschluss an 8 Stunden (- nicht besonders erbaulicher, im Moment) Büroarbeit. Um 22:00 schliesst die Bibliothek – otherwise I’d still be there. (Ja, echt.)

Sagen wir so: es sind zwar nur noch 15 Tage bis zur Klausur – es sind aber auch nur noch 15 Tage bis:

  • unlimited Gehäkele,
  • unlimited SWTOR und – worauf ich mich im Moment ganz besonders freue:
  • unlimited Lesen all (- oder zumindest einiger) der Literatur, über die ich im Moment so viel lese und lerne.

Project Gutenberg, Google Books, amazon – alles gute Anlaufstellen für gratis Klassiker zum Download für den eReader. Auf dem Plan stehen für den Anfang: Stefan Zweigs „Schachnovelle“, Gustave Flauberts „Madame Bovary“, Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“, J.W. von Goethes „Die Leiden des jungen Werther“, Gottfried Kellers „Die Leute von Seldwyla“, Gerhart Hauptmanns „Bahnwärter Thiel“, Arthur Schitzlers „Sterben“.

Ja, ich freue mich schon sehr auf meine Semesterferien.

Ehrlichgesagt freue ich mich aber natürlich auch auf die Klausur, all dem Gemotze zum Trotz, fühle ich mich doch in kaum einer anderen Lebenssituation so jung und lebendig, als während dieser Art von Monster-Lernsessions in der Klausurphase und dem ganzen wahnsinnigen Stress, der damit naturgemäß verbunden ist.

Wird schon alles gut gehen – #C und ich sind sehr fleissig, auch wenn’s recht schwierig ist, das ganze L1-Zeug.

Der Wahnsinn geht in die letzte Runde…

ExzerpteWas wir hier sehen, ist das Outcome meines diessemestrigen Exzerpier-Irrsinns, sowie der angeschafften Sekundärliteratur und diversen Online-Fundstücken zur Literaturwissenschaft im Allgemeinen, gespickt mit zahllosen Mindmaps zur Lyrikanalyse und Rhetorik. Nicht abgebildet ist mein Smartphone, bzw. Tablet, auf denen das gesamte zu lernende Glossar in Form einer Karteikarten-App gespeichert ist. Ebensowenig Jakob Wassermann’s „Das Gold von Caxamalca“ – der diessemestrige Text, auf den sich die Erzähltextanalyse nach Genette beziehen wird.

Sieht grundsätzlich durchaus überschaubar aus… wenn man die Tatsache ausser Acht lässt, dass es per heute nur noch 24 Tage bis zur Klausur sind.

Die Klausurwoche selbst werde ich, wie immer, verschanzt in der Österreichischen Nationalbibliothek verbringen und Luxus wie „frische Luft“ nur noch aus dunklen Erinnerungen mich entsinnen können.

Wenn ich jetzt mal so eine erste Zwischenbilanz ziehe und vergleiche was so ungefähr schon sitzt vs. dem, was noch zu pauken ist… dann wird mir gleich dezent schlecht.

Was ganz gut geht ist die Erzähltextanalyse nach Genette. Was einigermaßen geht, ist die Lyrikanalyse und das System der Rhetorik. Soweit so gut – ist durchaus ein grosser Brocken, jeweils für sich.

Demgegenüber, stehen dann allerdings: die stupide und völlig sinnbefreite Auswendiglernerei der literaturwissenschaftlichen Nachschlagewerke, erstens. Ehrlich? Liebe Verantwortliche der FernUni? Muss das wirklich sein, oder ist das nicht eher pure Schikane? Ich wage die allgemeine Frage in die akademische Runde, welcher gestandene Literaturwissenschaftler denn nicht weiß, wie er an die Information kommt, mittels welches Nachschlagewerks er an die jeweils relevante Information kommen kann, ohne alle Lexika per Titel, Thematik, Präsentationsstil und zeitgeschichtlichem Umfang auswendig runterrattern zu können. Rein rhetorisch, die Frage, natürlich. Meinem nur schlecht maskierten Ärger über diese Thematik ist zu entnehmen, dass sich alles in mir gegen das Auswendiglernen von Nachschlagewerkstiteln sträubt – und es wird sich vermutlich darauf hinauslaufen, dass ich diesen… excuse my French… Bullshit… erst 2 Tage vor der Klausur zu stopfen beginnen werde. Typisch.

Dann wären da, zweitens, die Epochen und Gattungen. Alles schon mal gelesen, natürlich, alles fein exzerpiert. Erinnerung an selbige: quasi gleich Null, maximal rudimentär vorhanden… Reproduktionsfähigkeit der Inhalte: definitiv Null. Und gleiches gilt, drittens, im Besonderen für das Thema der Literatur- und Kulturtheorien… für deren Langweiligkeit und von mir empfundener Schwierigkeit und Komplexität ich schlicht keine Worte habe. Sie wollen nicht in meinen Kopf… und was sich irgendwie mühselig doch seinen Weg ebendorthin gebahnt hat, wird innerhalb kürzester Zeit wieder rausgeworfen. Geht einfach nicht. Warum? Keine Ahnung… P1 ging schliesslich auch… und das war alles ungleich komplizierter und komplexer…

Jedoch habe ich jetzt zumindest das nagende Gefühl von „ich muss dieses und jenes noch fertig exzerpieren“ aus meinem Kopf und ich kann mich ab jetzt voll und ganz dem Verinnerlichen widmen. Ist immerhin noch fast ein ganzes Monat bis zur Klausur, die Klausurwoche in der Bibliothek bring erfahrungsgemäß unglaublich viel – und ich sage, was ich jedes Semester sage: im Grunde brauche ich eh nur einen Vierer. Einfach nur bestehen. Alles darüber hinaus ist gerne gesehener Bonus.

Einfach. Nur. Bestehen.

Die Klausurvorbereitung für L1…

…ist in vollem Gange. Kommillitonin #C und ich treffen uns nun nicht nur einmal wöchentlich in der Bibliothek der TU Wien, sondern skypen auch mindestens zweimal die Woche zusätzlich. Das bloggen ist, wie man sieht, ein wenig in den Hintergrund gerückt, da mir dafür wirklich die Zeit fehlt. Ich werde definitiv nicht damit aufhören, aber es wird vermutlich bei den momentanen Intervallen bleiben.

Eine weitere Änderung wird meine Übungsaufgaben hier betreffen: ich werde keine Weiteren mehr online stellen. Ich arbeite für L1 an den meisten Aufgaben, allerdings lade ich sie nicht ins Moodle hoch und bekomme daher auch kein persönliches Feedback dazu. Die Zeit, sie hier hochzuladen, habe ich ebenfalls nicht. Die bereits hier zu Verfügung gestellten Übungsaufgaben werde ich aber belassen, wo sie sind.

Ich wünsche Euch allen und mir auch weiterhin eine erfolgreiche Klausurvobereitungsphase!

Ein frohes Neues… und so.

Dass mein letzter Beitrag schon beinahe 2 Monate her ist – das war mir gar nicht bewusst! Folgendes hat sich in der Zwischenzeit zugetragen:

Am 25. November habe ich an der Online-Lehrveranstaltung „Einführung in die Literaturwissenschaft“ über Adobe Connect unter der Leitung von Dr. Wolfgang Schäffner teilgenommen. Mehr oder weniger teilngenommen, sollte das heissen – denn zum fraglichen Zeitpunkt saß ich leider bis zum Veranstaltungsbeginn im Büro fest. Gottseidank war es mir dank iPhone App und netter Kooperation mit der LV-Leitung möglich, einfach nur mit Kopfhörern zuzuhören – erst im Büro, dann in der U-Bahn am Weg nach Hause.

Mobiles Lernen in Reinform.

Es war jedenfalls nicht uninteressant – auf alle Fragen wurde wunderbar eingegangen und Dr. Schäffner war sehr freundlich und zugänglich. Wenngleich der sinnvollere Teil dieser Lehrveranstaltung sicher der Präsenzteil in Linz bzw. Bregenz im Februar sein wird, bei dem wohl detailliert auf die Klausur eingegangen werden wird. Geplanterweise bin ich in der ersten Februarwoche allerdings auf Schiurlaub und werde dementsprechend nicht teilnehmen können. (Wobei mir die momentane Schneelage hier durchaus einen Strich durch die Rechnung machen könnte und mir die LV eventuell doch noch ermöglichen könnte.)

Weiters habe ich mich vor einigen Tagen für das Sommersemester 2016 rückgemeldet – wenngleich ich auch noch kein Modul belegt habe. Kommilitonin #C hat sich für L2 entschieden… während ich immer noch mit der Entscheidung über mein Hauptfach hadere…

Weihnachten kam und ging ebenfalls… und ich war wunderbare 2,5 Wochen auf Urlaub. Zugegebenermaßen habe ich während dieses Urlaubs und auch in den Tagen davor keinen Strich für die Uni gemacht. Keinen. Ich habe gehäkelt, wie eine Irre – und entspannt und genossen und gegessen und geschlafen. Mich einfach ausgerastet, was so dringend notwendig war. Allerdings habe ich diesen Schlendrian per heute offiziell beendet und mal wieder 3,5 Stunden nach Büroschluss im Büro mit Exzerpieren verbracht. Feeling accomplished.

Vor den Ferien, jedenfalls, hat mir eine Arbeitskollegin ein wahres Juwel aus ihrer Schulzeit vermacht, das ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Gedichte verstehen und interpretieren

„Gedichte verstehen und interpretieren – Grundbegriffe und Ratschläge“ von Ernst Bury, Band 1. (7. Auflage, 2006)

Für Schüler ab der 10. Klasse, wohlgemerkt.

Der Grafiker in mir windet sich vor Grauen in Anbetracht der ganz in Comic Sans gehaltenen und mit Bevel/Emboss verzierten Titelseite – und wenn man dem hier geposteten Link folgt sieht man, dass auch die 8. Auflage nichts an Modernität oder visuellem Stimulus gewonnen hat. Wie aber schon Dr. Frank-N-Furter nahegelegt hat, sollte man ein Buch nicht nach seinem Cover berurteilen. Dieses kleine Schulheft ist ein wahrer Schatz für den angehenden Lyrikanalytiker, mit gut verständlichen Erklärungen vieler Begriffe, die man im entsprechenden Kapitel des Studienbriefs als klausurrelevent findet. Ich bin sehr dankbar für dieses kleines Erbstück und werde mich sehr intensiv damit beschäftigen.

Grundkurs LiteraturwissenschaftWeiters möchte ich jedem L1-Studenten, der so mit dem Stoff kämpft, wie ich, dieses kleine Reclam-Büchlein ans Herz legen: „Grundkurs Literaturwissenschaft“ von Sabina Becker und Gabriela Sander.

Dieses beinahe 300 Seiten starke Buch ist ein umfassender Überblick über Editionen, Ästhetik, Poetik, Rhetorik, Lyrik, Epik, Dramatik, sowie Literaturtheorien und -methoden: im Grunde eine sehr übersichtliche Gesamtzusammenfassung des klausurrelevanten Stoffs sans Erzähltextanalyse nach Genette.

Es liest sich bis jetzt auch – ehrlichgesagt – weniger trocken, als die Studienbriefe der FernUni… im Moment ist dieses Buch mein allerbester Freund (- einmal ganz abgesehen davon, dass ich die Haptik von Reclam-Heften sehr mag… erinnert mich an meine Schulzeit!)

Mit diesen Buchempfehlungen und diesem vor Müdigkeit und Uninspiriertheit nur so strotzendem Eintrag entlasse ich Euch nun in Euren wohlverdienten Abend – und gelobe Besserung, was meine Updates betrifft.

Durchbruch: Lyrikanalyse

Wenn der Spruch „Nicht für die Schule – für das Leben lernen wir“ sich im Alltag bewahrheitet und diese Wahrheit einem das Leben (- bzw. in diesem Fall halt das Thema „Lyrikanalyse“) doch recht vereinfacht, dann lehnt man sich zufrieden zurück und gedenkt melancholisch lächelnd der guten alten Zeiten… die einen in den guten alten Zeiten vor Verzweiflung regelmässig in den übertrieben dramatischen Teenage-Wahnsinn getrieben haben.

„Stell dich nicht so an, Kind.“, würde ich meinem Teenager-Selbst sagen. „Es mag dir jetzt sinnlos und mühsam und als gemeine Schikane erscheinen – aber in gut 20 Jahren wirst du mal froh drüber sein! Das Zeug ist echt brauchbar!“

„Wer bist du und was weisst du schon vom Leben und meinen Problemen?“, würde mein verpickeltes, sozial minderbemitteltes Teenager-Selbst dann patzig fragen.

„Ich bin du! Und ich spreche zu dir aus dem Jahr 2015.“

„2015! Unmöglich… da wäre ich ja schliesslich schon 36 und wie du weisst, gebe ich mir mit 30 die Kugel, weil ich nicht so ein alter Sack sein werde – niemals!“

„Tja, dumm gelaufen. Du gehst tatsächlich auf die 40 zu und bist eigentlich ganz zufrieden, so im Allgemeinen, dich mit 30 nicht in die ewigen Jagdgründe versetzt zu haben. Und so schlecht siehst du eigentlich mit Mitte 30 auch gar nicht aus… äh, nur ein Wort der Weisheit zum Abschluss: nimm das mit dem leidigen Sport mal ein bisschen ernster. Du wirst es dir mal danken.“

„…“

Daher: an dieser Stelle möchte ich, 18 Jahre zu spät, von ganzem Herzen Prof. M. Divjak-Mirwald und Prof. B. Pendl danken… zwei vom damaligen Standpunkt aus höchst mindergeschätzte Damen, ihres Zeichens Gymnasialprofessorinnen. Für Latein und Deutsch. Latein war ja sowieso immer mein absolutes Horrorfach, quasi gleich auf mit Mathematik und Physik, nur dass mich Latein und das ganze Drumherum im Gegensatz zu Mathe und Physik schon durchaus interessiert hat – auch wenn ich halt wirklich schlecht darin war. Selten habe ich während Unterrichtsstunden so geschwitzt, als wenn eine Übersetzung eines lateinischen Satzes auf mich zukam. (Ausser es stand eine Stundenwiederholung in Geographie bei Prof. Bachler an… na, das war immer ein Heidenspass!)

Latein war irgendwie einfach nicht mein Ding… möchte aber doch anmerken, dass ich mittlerweile diese 6(!) qualvollen Jahre doch sehr zu schätzen gelernt habe. Allgemeines Sprachverständnis. Ein Gefühl für romanische Sprachen. Leichteres Merken und Herleiten von Fremdwörtern und Fachbegriffen. Etc.

Jedenfalls. Prof. Divjak-Mirwald legte, zumindest ist dieser Teil sehr in meiner Erinnerung hängengeblieben, immer sehr viel Wert auf korrektes metrisches Lesen der Schriften der altehrwürdigen Herren Autoren. Wer war denn noch gleich dieser Meister des Hexameters… war es Cicero? Ovid? Ja… Ovid. (…oder?) Oh, es war totaler Drill. Übersetzung alleine war nicht genug. Wieder und wieder mussten wir ein und dieselbe Zeile vorlesen, oder ganze Strophen, reihum, bis wir den Hexameter irgendwann mal spielend draufhatten.

Natürlich mussten andere Versfüsse und Versmaße auch zielsicher erkannt werden. Und schliesslich kam es, wie es kommen musste: ich konnte es irgendwann.

Ähnlich Prof. Pendl im Deutschunterricht, die ihrerseits ebenfalls grossen Wert auf „Textbesprechungen“ literarischer Werke legte. Zu jedem gelesenen Reclam-Heft (- und deren gab es im Lauf der Jahre Viele!) war im Anschluss als Hausübung a) eine Inhaltsangabe zu schreiben und b) eine ausführliche Textbesprechung zu machen. Also, im Klartext: eine Dramen-/bzw. Lyrikanalyse durchzuführen. Auch das hatte ich irgendwann drauf, auch wenn ich es bis zuletzt abgrundtief hasste.

(Oft erkennt man den Wert einer Sache ja eben erst im Nachhinein… mein Kreis schliesst sich, nach 18 Jahren.)

Denn, jedenfalls, als im Studienbrief zum ersten Mal das Wort „Jambus“ auftauchte, dachte mein Hirn – vollautomatisch und 18 Jahre nachdem ich das letzte Mal bewusst etwas mit dieser Thematik zu tun hatte – instinktiv: „Trochäus – Daktylus – Anapäst“. Faszinierend. Nur der Spondäus war mir adhoc kein Begriff mehr. Und zur Worterklärung des Hexameters fingen die Silben in meinem Kopf an, im Dreivierteltakt zu tanzen. Einfach so. Paarreim, Kreuzreim, Enjambement, Alliteration, männliche und weibliche Kadenz, elegisches Distichon… alles irgendwie irgendwo in einer alten, verstaubten Lade abgespeichert und bereit, knarrend und knarzend natürlich, geöffnet zu werden. Meine lieben Gym-Professorinnen haben also ganze Arbeit geleistet, denn auch wenn ich damals vor Langeweile oft beinahe gestorben wäre, so ist ganz offensichtlich dennoch eine Menge hängengeblieben, die ich jetzt sehr gut brauchen kann.

Also, meine lieben zwei Damen, wenn Sie das hier vielleicht einmal im Zuge einer Selbstergoogelung lesen sollten, dann betrachten Sie sich bitte hiermit als im Nachhinein hochverehrt und mit Dank überschüttet.

Und ich gebe zu: zum ersten Mal seit letztem Semester beginne ich nachzuvollziehen, warum manchen Studenten das Modul L1 so gefällt. Meine wöchentlichen Treffen mit Komillitonin #C werden immer produktiver und sinnvoller – etwas, das eben heute ganz besonders aufgefallen ist.

Lyrikanalyse war trotz meiner latenten, verstaubten Erinnerungsfetzen ein zunächst scheinbar unüberwindbarer Berg an Fachbegriffen, die sich nicht auf Anhieb anhand der zur Verfügung stehenden Unterlagen sinnvoll strukturieren liessen. Ein Berg chaotischer Unterlagen! Verzweifelt hochgezogene Augenbrauen und fragende Blicke zwischen mir und #C.

Und dann, auf einmal… lief’s plötzlich. Wie ganz von allein. Struktur fand ins Chaos, Wissen bahnte sich seinen Weg in unsere Köpfe, Licht ins Dunkel, Aha-Erlebnisse am Fliessband. Mehr und mehr Details aus meiner Erinnerungskiste. Gar nicht so schwer. Und gar nicht so erschlagend, erdrückend, wie zu Beginn noch wahrgenommen. Zusammen geht alles leichter… alleine hätte ich viel früher aufgegeben, lange bevor der erste Schimmer des wirklichen Verstehens/Erinnerns am Horizont erschienen wäre. Lernen mit #C macht Spass und motiviert… und am Ende haben wir doch tatsächlich Lyirk analysiert! Sapperlott.

Wenn das so weitergeht, sehe ich das Problem am Bestehen von L1 eigentlich nicht mehr. Und: Lyrikanalyse macht doch tatsächlich Spass – Heureka.