Erstes universitäres Feedback nach 2 Jahren

Schreiben wollte ich eigentlich „4 Semester“ im Titel… weil das irgendwie… nicht so schlimm… klingt, wie 2 Jahre. Aber – sind wir wenigstens ehrlich hier und blicken den kalten, harten Fakten ins Auge – „2 Jahre“ ist nunmal die korrekte Bezeichnung für meinen Zeitverlust und daher habe ich die „4 Semester“ wieder entfernt und den schwierigeren Ausdruck hingeschrieben. Tatsächlich könnte ich mittlerweile schon 9 abgeschlossene Module am Konto haben und somit nur noch ein Jahr plus Bachelorarbeit abzuarbeiten haben – und wäre somit sogar gleichauf mit dem Alphanerd, der auch gerade in seinem vorletzten Semester sich befindet.

(„Abzusitzen“ haben, möchte man einem Bekannten Glauben schenken, der mich mal ernsthaft danach gefragt hat, wieviel Zeit denn noch bis zum geschenkten BA ins Land ziehen muss. Hach… manche Dinge bleiben wohl auch nach Jahren noch als kleiner Stachel im Kopf zurück und eitern dort vor sich hin, bei aller himmelschreiender Ungerechtigkeit, der man eigentlich keine Bühne bieten sollte. Aber das nur am Rande.)

Tatsächlich beschäftige ich mich nun statt mit dem 10. Modul mit meinem 5. Das mit dem Abschluss zum 40er wird nichts mehr – muss es aber auch gar nicht. Die Hauptsache ist, dass ich mich trotz aller Schwierigkeiten der letzten zwei Jahre nicht grundsätzlich von meinem Vorhaben habe abbringen lassen und es auch weiterhin nicht werde – und das kann ich hier gar nicht oft genug schreiben und (- hauptsächlich für mich selbst, natürlich) betonen. That said – heute ist das Feedback zur ersten P3-Übungsaufgabe gekommen und ich vermelde mit großer Freude, dass meine Wortspende als „sehr guter Essay“ mit Ausrufezeichen beurteilt wurde. Mit kleinem Kritikpunkt, der allerdings nur nach einer „vorsichtigeren Formulierung“, bzw. einer genaueren Bezugsquelle verlangt.

Es ist zwar nur eine kleine Übungsaufgabe – aber diese kleine Übungsaufgabe ist mehr, als ich ihn 2 Jahren zustande gebracht habe und ich freue mich, dass mir das Schreiben und das Ausformulieren nach wie vor Spaß macht, gelingt, und dann Anklang findet. Das motiviert für den weiteren Semesterverlauf – Übungsaufgabe 2 zur Performativität wurde nämlich schon hochgeladen und beinahe juckt es mich direkt in den Fingern, auch diese sofort in Angriff zu nehmen. Ride the tide while it’s high. Gespannt bin ich schon auf das Sammelfeedback von Prof. Bedorf.

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Der Beitrag ohne sinnvollem Titel, weil mir langsam die Gründe ausgehen, warum es nicht weitergeht mit dem Studium.

Nimmt mich eigentlich noch irgendwer hier ernst, wenn ich sage, dass ich mein Studium nach 4(!) inaktiven Semestern wieder anpacke?

Ja, ganz im Ernst!

Diesmal wirklich!

Und ja, ich weiß… ihr braucht Euer wissendes Schmunzeln nicht so verschämt hinter vorgehaltener Hand verstecken. Ich weiß ja selbst, wie ich mittlerweile klinge. #brokenrecord

Wir Ihr wisst, hat das SS2018 nun vor einigen Tagen begonnen und ich habe mir selbst – wie sich herausstellt – einen großen Gefallen getan und sowohl G2, als auch L2 – die ich beide nach mehreren gelangweilten Versuchen schon nicht mehr sehen kann – erstmal ad acta gelegt und mir stattdessen ein Philosophie-Modul schicken lassen: P3 | Praktische Kulturphilosophie.

03365: Im philosophischen Nachdenken über Kultur erfolgt im 20. Jh. eine Umstellung auf den Begriff der Performativität. Damit wird die Vorstellung abgelöst, es seien entweder genialische Intuitionen künstlerischer Individuen oder der Schöpfergeist eines Volkes, die für die Entstehung von Kulturprodukten verantwortlich sind. Performativität bedeutet hingegen, dass der Sinn der Kultur und ihrer Hervorbringungen in ihrem Vollzug selbst besteht und nicht irgendwo außerhalb ihrer zu suchen ist. Der Studienbrief erklärt Herkunft und Bedeutung des Begriffs der Performativität und verdeutlicht die Konsequenzen für den Kulturbegriff.

03359: „Kulturkritik“ ist ungefähr so alt wie „Kultur“ selbst: Sie ist der mitlaufende Spiegel, in den Kultur kraft der durch sie selbst freigesetzten Reflexionspotentiale blickt. Kulturkritik hat dabei – von der Sophistik bis zu Adorno und Horkheimer, bei Platon und Augustinus ebenso wie bei Rousseau oder Nietzsche – stets auch philosophisch Ausdruck gefunden. Der vorliegende Kurs macht mit den wichtigsten Stationen, Topoi und Entwicklungsfäden philosophischer Kulturkritik vertraut. Dabei will er dazu anleiten, kulturkritisches Denken als Chance für heutiges Philosophieren zu entdecken.

03341: Geschichtsphilosophie im engeren Sinne gibt es erst, seit sprachlich der Kollektivsingular „die Geschichte“ als Begriff für die Gesamtheit des vergangenen Geschehens bereitsteht. Während frühere Zeiten Geschichtsphilosophie als Philosophie über den Sinn der Geschichte begriffen und diesen oft in ihrem unendlichen Fortschreiten auf ein Ziel hin („der Fortschritt“) auffassten, setzt heutige Geschichtsphilosophie in ihren erfolgversprechendsten Ansätzen beim Erzählen von Geschichten an („Narrativismus“). Ausgehend von wissenschaftstheoretischen Erörterungen der Geschichtswissenschaft („Erklären“ und „Verstehen“) und vom Narrativismus wird in diesem Kurs über eine phänomenologische Geschichtsbeobachtung zurückgegangen bis zur Geschichtsphilosophie Hegels.

03386: Der Kurs behandelt verschiedene Herangehensweisen einer Historischen Semantik. Unter Historischer Semantik (auch Bedeutungsgeschichte) wird dabei die philosophische Beschäftigung mit Formation, Transformation und Deformation von Kulturgehalten verstanden. Dabei wird sowohl auf die Epistemologie Bachelards und auf die Diskurstheorie Foucaults als auch auf die Metaphorologie Blumenbergs u.v.a.m. Bezug genommen.

03333: Der Studienbrief diskutiert das Verhältnis der Bestimmungen „Mensch-sein“ und „Menschlichkeit“ – oder disziplinär ausgedrückt: das Verhältnis von Anthropologie und Ethik/Politik. Leitende Fragestellung ist, ob bzw. wie die Geschichtlichkeit des Mensch-seins in Einklang gebracht werden kann damit, dass ein Konzept von Menschenwürde traditionell eine fixe Bestimmung des Menschen und seiner Würde verlangt.

33372: Der Studienbrief verfolgt ein systematisches Anliegen. Ziel ist es, Lebensphilosophie als Ringen um ein Konzept intuitiven Wissens darzustellen. Wir benötigen intuitives Wissen (vom Leben) bzw. wir können bestenfalls intuitives Wissen haben, weil das Leben als unergründlich gilt. Dabei kann das, was unergründlich meint, sehr unterschiedlich bestimmt werden: als ein (tragisches) Nicht-Erreichen-Können oder als wirkliche und wirkmächtige Dimension des tatsächlich und gegenwärtig gelebten Lebens. Die Aktualität solcher Konzepte und die Relevanz solcher Unterschiede zeigen sich z. B. in den zeitgenössischen Debatten um das Verhältnis von Wissen und Können.

(Quelle: http://www.fernuni-hagen.de/KSW/portale/bakw/studium/ss-2018/modul-p3/)

Hui, hat mich das immer abgeschreckt, bisher. Und das, obwohl P1 und P2 doch so gut gelaufen sind. Ich war fest überzeugt davon: G oder L und ich sind einfach die besseren Partner, als P und ich, jedoch! Den Studienbrief zur Performativen Kultur habe ich nun schon komplett durch und nach P1 und P2 fühlt es sich fast ein wenig an, wie… heimkommen.

Fund in der Büroküche… ist es denn gar ein Zeichen?

Ich bin in der Tat sehr positiv überrascht. (Von mir selbst. Und von P3.)

(Eine Facebook-Gruppe gibt es selbstverständlich auch wieder. Für alle Interessierten habe ich diese im Menü links verlinkt.)

„Warum denn jetzt plötzlich wieder?“, wird sich der treue Leser an dieser Stelle vielleicht fragen. Nun, die arg turbulenten Zeiten sind jetzt wirklich (endlich) vorbei und ich habe sowohl wieder geistige, als auch zeitliche Ressourcen, um mich ernsthafter mit meinem Studium zu befassen. What’s more: der tolle Mann (– henceforth known as Alphanerd), der mir seit nunmehr einem Jahr das Leben versüßt, ist seines Zeichens selbst (Vollzeit-)Student an einer Wiener FH, was – ich gebe es offen zu – durchaus auch einen gewissen Motivationsfaktor mit sich bringt. Zumindest fühlt es sich gut an, an diversen Sonntag-Nachmittagen mit ihm gemeinsam rumzuknotzen und zu… lernen. Ja, ernsthaft. In Zeiten wie diesen, in denen meine (quasi gleichaltrige) beste Freundin (- und ehemalige Mitstreiterin an der Uni Wien, anno 1997) gerade noch den Kater ihrer 40er-Feier ausschläft, fühlt sich dieses „gemeinsame Lernen“ mit meinem Freund irgendwie nach… ähm… Jugend an. Auch wenn die wilden Zeiten mit den Skripten, unleserlichen Mitschriften, meiner besten Freundin und einer Flasche Martini am Vorabend der Prüfung natürlich längst vorbei sind und sich das Ganze heute natürlich wesentlich anders gestaltet (- und der Alphanerd in den Naturwissenschaften unterwegs ist und wir studiumstechnisch gar keine Gemeinsamkeiten haben).

(Immerhin: dass sich Alkohol und Lernen nicht vertragen, weiß ich mittlerweile schon und substituiere mit Schokolade!)

Jedenfalls – und das wollte ich eigentlich hier heute verkünden – habe ich vor ca. einer Stunde zum ersten Mal seit literally Jahren(!) wieder eine bearbeitete Übungsaufgabe ins moodle hochgeladen. Und hab‘ eine diebische Freude mit mir selbst… denn das Verfassen des Kurzessays hat richtig Spaß gemacht und ich bin gespannt auf meine Bewertung. (Do I still have what it takes?) In diesem Modul läuft es wohl so, dass man von der Online Tutorin ein persönliches Kommentar auf die Übungsaufgaben erhält und dann nach Ablauf der Abgabefrist ein „Sammelkommentar“ in Form eines Videos von Prof. Dr. Thomas Bedorf online gestellt wird, der übrigens auch die Fragestellungen der Übungsaufgaben als Video ins moodle lädt. Das gefällt mir auf Anhieb sehr – denn es fühlt sich sehr persönlich an. Persönlicher als die sonstige moodle-Betreuung, die ich bis jetzt erlebt habe.

Und, weil es gerade um die Übungsaufgaben geht: ich habe meine FAQs dahingehend upgedatet, aber ich erlaube mir, die Spannung gleich vorweg zu nehmen: ich stelle ab jetzt keine Passwörter zu meinen Übungsaufgaben mehr zur Verfügung, da mir einfach die Zeit fehlt, die das Beantworten all Eurer individuellen Mails und Anfragen beansprucht. Tut mir leid – ist aber jetzt erstmal so.

Und nun wünsche ich Euch allen fleißigen Kommilitonen ein erfolgreiches Sommersemester 2018! (Und mir natürlich auch. Und dem Alphanerd auch.)

coursera: Søren Kierkegaard – Subjectivity, Irony and the Crisis of Modernity

Dank des coursera Newsletters bin ich auf den Kurs „Søren Kierkegaard – Subjectivity, Irony and the Crisis of Modernity“ gestossen, der gestern begonnen hat.

It is often claimed that relativism, subjectivism and nihilism are typically modern philosophical problems that emerge with the breakdown of traditional values, customs and ways of life. The result is the absence of meaning, the lapse of religious faith, and feeling of alienation that is so widespread in modernity.

The Danish thinker Søren Kierkegaard (1813-55) gave one of the most penetrating analyses of this complex phenomenon of modernity. But somewhat surprisingly he seeks insight into it not in any modern thinker but rather in an ancient one, the Greek philosopher Socrates.

Soweit die Kurszusammenfassung von der Website. Vielleicht interessiert dieser Kurs ja den einen oder anderen von Euch!

Auch wenn ich eine wirklich recht schlechte Statistik aufweisen kann, was beendete Kurse in coursera betrifft, so habe ich doch wieder einmal damit begonnen, reinzuhören. Was soll ich sagen – mir fehlt halt die Philosophie. 🙂

Präsenzseminar “Medizinethik und die Leiblichkeit des Menschen” – Resumé

Etwas früher als geplant ist das Seminar heute kurz nach Mittag zu Ende gegangen. Kurz und knackig resumiert: was für eine sinnvoll investierte Zeit! Meinen Schiurlaub einen Tag früher abgebrochen zu haben, macht mir retrospektiv nicht das Geringste aus.

Ja – mein Referat ist letztendlich gegen 2 Uhr Früh letzte Nacht dann auch endlich fertig geworden, und damit ist auch jegliche Nervosität im Vorfeld von mir abgefallen. In Anbetracht der netten Kommilitonen und sehr interessanten Diskussionen, die sich aus allen Referaten ergeben haben, habe ich mich eigentlich auf meinen Vortrag dann sogar richtiggehend gefreut. Ich denke auch, dass er mir letztendlich auch recht gut gelungen ist – in jedem Fall war das Thema Sterbehilfe an sich natürlich auch ein grosser Faktor, dass ich die Leute gut bei der Stange halten konnte.

(Interessantes Faktum für mich selbst: wirklich anders, als Reden vor einer Hochzeitsgesellschaft zu schwingen, oder einen Vortrag im Büroumfeld zu halten, war die Erfahrung jetzt eigentlich auch nicht. Ich habe mich keine Sekunde lang unwohl gefühlt, im Gegenteil! Gut zu wissen für die Zukunft!)

Das Seminar war äusserst interessant und kurzweilig gestaltet. Dr. Knaup war ein sehr guter Seminarleiter, der es verstand, die drei Tage wirklich ansprechend zu gestalten und die Diskussionen angemessen zu moderieren. Die Diskussionen selbst liefen sehr zivilisiert und respektvoll unter den Kommilitonen ab und regten durchwegs zum Nachdenken an. Der Mix an Menschen, die hier dieses Wochenende zusammengekommen waren, war äusserst interessant – und bestand unter Anderem aus einem Urologen, einem Psychiater, einem ehrenamtlichen Sterbebegleiter und einer Kriminalkommissarin, um nur 4 hervorzuheben. Ich war fasziniert und habe mich keine Sekunde gelangweilt, was schon etwas heisst, wenn man von 9 Uhr bis 19:30 Uhr an seinem sauer verdienten Samstag in einem Seminarraum hocken muss hockt.

Jedenfalls ist genau das meiner Meinung nach eines dieser unglaublich attraktiven Dinge an der FernUni Hagen: die Mitstreiter sind halt grossteils Menschen, die teilweise schon lange Zeit im Berufsleben welcher Art auch immer stehen und sich aufgrund ihres Erfahrungsschatzes daher ganz anders einbringen können, als die jungen Menschen Anfang 20, die altersbedingt ausser Schule und Universität noch nicht viel an Erfahrung vorweisen können im Leben.

Ich habe einen Haufen netter und interessanter Menschen kennengelernt und gestern einen sehr netten Abend in deren Kreis in einem Restaurant in Uni-Nähe verbracht. Bei dieser Gelegenheit wurde ich von einer Kommilitonin aus dem hohen Norden urplötzlich auch gleich mit den Worten „Na, du hast deinen Blog auch schon länger nicht mehr upgedated“ angesprochen. Sowas haut mich dann doch immer wieder aus den Socken, wenn ich auf Menschen treffe, die diese Website kennen!

DunceMeine erste Reaktion war völlige Verwirrtheit: wieso weisst Du denn, dass das *mein* Blog ist, wo ich doch meinen Namen hier nirgendwo erwähne? Ich konnte es mir nicht erklären, bis mir klar wurde, dass ich mein Referatsthema hier ja lang und breit besprochen habe – und dies innerhalb des Seminars durchaus Rückschlüsse auf meine Identität ziehen liess. Dunce!!! Es war absolut absurd und ich habe mich innerlich königlich über mich selbst amüsiert. Natürlich macht es mir nichts aus, aus der Anonymität herauszutreten, wenn ich Kommilitonen gegenüberstehe – ganz im Gegenteil! Und ich freue mich sehr, wenn ich auf Leute treffe, die meinen Blog kennen – besonders wenn sie von so weit her kommen. Tolles Gefühl!

Es ist jedoch immer wieder schade, wenn man zu solchen Gelegenheiten in seinem einsamen Dasein als Fernstudent Kommilitonen endlich face-to-face kennenlernt – nur um dann sofort wieder in alle Windrichtungen verstreut zu werden. Definitiv ein Nachteil der FernUni, auch das muss wohl gesagt werden.

Jedenfalls habe ich diese letzten 3 Tage immens genossen und werde bestimmt Ausschau nach weiteren Seminaren halten, die von Dr. Knaup geleitet werden.

Und ein bisserl Philosophie während G1 hat mehr als gut getan und ich bin sehr froh, mir die Zeit (- auch zur Referatsvorbereitung) genommen zu haben, auch wenn meine G1-Vorbereitung massiv darunter gelitten hat und ich mir gerade mal wieder gar nicht sicher bin, ob die Klausur mit meinem gegenwärtigen Wissensstand und der verbleibenden Zeit überhaupt noch zu schaffen ist.

(Bildquelle: www.visualphotos.com)

Präsenzseminar „Medizinethik und die Leiblichkeit des Menschen“ – Tag 1

Die ÖBB haben mich heute um 6:41 Uhr vom Hauptbahnhof Wörgl in Tirol aufgelesen und um 10:30 Uhr am Westbahnhof in Wien wieder ausgespuckt. Mein schöner Schiurlaub im Brixental ist hiermit Geschichte – denn das Präsenzseminar „Medizinethik und die Leiblichkeit des Menschen“ hat heute im Studienzentrum in der Strozzigasse begonnen.

(Mein Referat halte ich erst am Sonntag – ich bin die letzte im Programm… und ich gestehe: ich bin immer noch nicht fertig mit meiner Ausformulierung! Langsam beschleicht mich leichte Panik, ob ich denn wirklich auch fertig werde… andererseits habe ich heute während des Seminars gesehen, dass ich mir wohl viel zu viel antue, mit meinen Ausformulierungen und genauesten Quellenangaben. Ich beginne daher, nachdem ich dieses kurze Update fertig verfasst habe, aufs Neue – im Bett liegend und nach meinem langem Tag bereits fix und alle – und hoffe, dass ich bis Sonntag damit endgültig fertig sein werde.)

Referat im Zug

Referat schreiben im Zug!

Mein erster Eindruck: alles wunderbar! Die Kommilitonen sind ein bunter Mix aller Altersklassen, ca. zur Hälfte aus Deutschland, zur anderen Hälfte aus Österreich/der Schweiz/Holland, soweit ich das mitbekommen habe. Der Seminarleiter, Dr. Marcus Knaup, ist sehr sympathisch und leitet das Seminar auf ansprechende und interessante Weise. Zwar greift er in die gehaltenen Referate des Öfteren ein, aber tut dies nicht auf unangenehme Art und – wie man in Wien so schön sagt: blattelt dabei niemanden auf. Die aus den Referaten resultierenden Diskussionen sind bis jetzt sehr interessant und regen zum Denken an und ich konnte mich das eine oder andere Mal sogar aktiv einbringen, was ich bisher im universitären Umfeld noch nie getan habe – aus Angst, mich selbst dabei aufzublatteln. 😉

Jedenfalls bringt es wirklich viel, P2 bereits erledigt zu haben. Ich stelle mit grosser Freude fest, dass durchaus mehr im Kopf hängengeblieben ist, als nur der klausurrelevante Stoff, denn ich mir panisch Tage vor der Klausur ins Kurzzeitgedächtnis gestopft habe.

Soviel kurz zu mir – ich werde mich den in letzter Zeit hier hinterlassenen Kommentaren nach dem Seminar widmen, versprochen! Drückt mir die Daumen, dass ich nicht vor Erschöpfung einschlafe, bevor das Referat nicht mindestens zur Hälfte fertig ist!

Hopfgarten

Referatsvorbereitungen

Die Phase der Literaturbeschaffung ist hiermit abgeschlossen. Wie sich herausgestellt hat, war das gar nicht so intuitiv, wie ich mir das eigentlich vorgestellt habe. Die UB Hagen hatte leider keinen der beiden vorgschlagenen Titel im Katalog, daher musste ich mich anderwärtig umsehen.

Mittelpunkt MenschErste Anlaufstelle war die Städtische Bücherei Wien, bei der ich mich ohnehin längst anmelden wollte, seit sie auch eBooks zur Leihe zur Verfügung stellen. (Tipp: die App Onleihe!)

Den Titel „Mittelpunkt Mensch – Ethik in der Medizin“ von Giovanni Maio gibt es auch tatsächlich als eBook zum Ausleihen, was ich bereits letzte Woche erledigt habe. Die relevanten Seiten sind ausgedruckt und warten darauf, verarbeitet zu werden.

Das zweite Buch, however, war nicht ganz so einfach zu beschaffen. Es war weder in der Städtischen Bücherei Wien zu finden, noch auf Google Books, noch auf amazon – oder in irgendeinem anderen renommierten Buchversand meines Vetrauens. Am Ende wurde ich beim dialogverlag Münster fündig, dem Mediendienstleister des Bistums Münster – und somit ein katholischer Haufen, dem ich im Normalfall keinen Cent zukommen lassen würde.

SterbenDas Buch „Sterben – an der oder durch die Hand des Menschen?“ von Georg Kaster (Hg.) hatten sie jedoch um 3,95 € lagernd, mit möglichem Versand nach Österreich. Also, was soll’s. Gestern kam es endlich per Post an und der betreffende Text von T.S. Hoffmann liest sich bis jetzt sehr interessant.

Weiters möchte ich, wenn es in mein (- bis dato noch nicht vorhandenes -) Konzept passt, in meinem Referat eventuell auch noch exemplarisch auf den Death with Dignity Act (Oregon Ballot Measure 16) eingehen, auf den man vor einigen Wochen per Social Media durch den sehr kontroversiell diskutierten Fall der Brittany Maynard aufmerksam wurde.

Und jetzt beginnt die spannende Phase der Aneignung des Stoffs!

Der Mensch als leib-seelische Ganzheit: Oder was wir von Aristoteles im 21. Jahrhundert lernen können

Hier handelt es sich um einen sehr hörenswerten Vortrag von Dr. Marcus Knaup zum Thema „Der Mensch als leib-seelische Ganzheit:
Oder was wir von Aristoteles im 21. Jahrhundert lernen können“.

Der Link wurde mir empfohlen, um vor dem Seminar einen Einblick in Dr. Knaups Denkensweise zu bekommen und ich teile ihn hier für alle Interessierte gerne weiter.

Meine Belegung für das SS 2015

Alea iacta est… ich habe belegt – und zwar G2: Geschichte der Schriftkultur.

Schriftliche Zeugnisse gehören nicht nur zu den wichtigsten kulturellen Äußerungsformen. Vielmehr hat die Verbreitung von Schriftsystemen auch revolutionierende Folgen für den Wissensbestand, die Wissensnutzung und den Denkstil der betroffenen Kulturen. Dies gilt namentlich für den welthistorischen Siegeszug des Alphabets/ABCs, wobei auf Grund der für Alteuropa charakteristischen sozialen Dynamik die soziale Exklusivität des Schriftgebrauchs weniger stark ausgeprägt gewesen ist als in anderen Kulturen. Gleichwohl bleibt die Einschränkung des Schriftgebrauchs auf Funktionseliten (Klerus, Stadtbürgertum, Gelehrte) ein Kennzeichen der alteuropäischen Schriftkultur – denn die volle Alphabetisierung der Gesellschaft ist auch in Europa erst ab dem 19. Jahrhundert erfolgt. Im Rahmen eines historischen Längsschnitts werden die schrifttechnologischen Errungenschaften Alteuropas nachgezeichnet. Über die kontinentalen Grenzen blickend geht es dann um die Frage nach der globalen Bedeutung dieser schriftkulturellen Muster im Zuge der europäischen Expansion des 15.
Jahrhunderts. Linguistisches Know-how war mit entscheidend, um koloniale Herrschaft aufzubauen und zu stabilisieren. Außereuropäische Schriftkulturen wurden dabei tiefgreifend verändert. Ergänzend zur Schrift wird für die Vormoderne auch der spezifisch christliche Bildgebrauch eigens thematisiert in einem Bogen von den Anfängen des christlichen Bildes im 2. Jh. n. Chr. über die zunehmende Verwendung von Bildern in der christlichen Kultpraxis bis hin zur Krise des Bildes in der Reformation und seiner neuzeitlichen Verwandlung zum „Kunstwerk“. Das Modul soll diese Zusammenhänge klarmachen und zugleich dazu beitragen, das Bewusstsein der Studierenden von der Geschichtlichkeit ihres eigenen Schreib-, Lese und Denkstils zu vermitteln.

Im Moment spricht mich inhaltlich Geschichte einfach am Meisten an und ich denke, nach einem weiteren Modul kann ich bestimmt besser beurteilen, ob ich eher in die philosophische oder geschichtliche Richtung weiter möchte.

Und apropos Philosophie: heute habe ich auch den Seminarleiter für Medizinethik bzgl. des Referats kontaktiert – der sich auch prompt zurückgemeldet hat, mit dem Resultat, dass ich jetzt verbindlich für das Referat zum Thema „Selbstentleibung – zur Frage der ärztlichen Suizidbeihilfe“ angemeldet bin.

Das verursacht bei mir jetzt alle möglichen Gefühlszustände – und keiner davon sonderlich erbaulich, ehrlichgesagt. Also, auf zur Literaturbeschaffung…

Anmeldung zu meiner ersten Präsenzveranstaltung: check

Nachdem mir vorgestern per Mail mitgeteilt wurde, dass ab jetzt die Anmeldung zur Präsenzveranstaltung „Medizinethische Fragen und die Leiblichkeit des Menschen“ in Wien möglich ist, habe ich es heute auch endlich geschafft, diesen Punkt von meiner To-Do Liste zu streichen.

Für alle weiteren Interessierten:

Medizinethische Fragen und die Leiblichkeit des Menschen

Durch die Möglichkeiten der modernen Medizin erhält die Frage, in welchem Verhältnis wir zu unserem Leib und zum Leib des Anderen stehen, eine neue Aktualität und Brisanz: So ist es heute z.B. möglich zu entscheiden, ob, wann und wie viele Kinder ein Paar bekommen soll. Für diejenigen, die mit ihrem Äußeren oder auch mit ihren Organen nicht zufrieden sind, gibt es Schönheitsoperationen und Transplantationen. Und im Hinblick auf menschliches Leiden, Schmerzen, Behinderungen und das Sterben des Menschen wird die Frage gestellt, ob wir uns selbst „entleiben“ dürfen.

Ist es zu begrüßen, wenn operative Korrekturen am Äußeren vorgenommen werden, um dem eigenen Schönheitsideal zu entsprechen? Wenn Erbkrankheiten von vornherein vermieden und kranke Organe ausgetauscht werden? Oder gibt es Grenzen im Umgang mit unserem Leib, den wir im Unterschied zu unserem Körper nicht einfach haben können? Wie können diese, falls es sie gibt, bestimmt werden? Und welche Konsequenzen hat es für das Selbstverständnis der Medizin sowie unsere Sicht des Menschen, wenn wir uns als Gemachte und nicht länger als Gewordene verstehen?

Im Seminar sollen diese Fragen aufgegriffen und diskutiert werden. Die Bereitschaft, ein Referat zu übernehmen, wird vorausgesetzt.

Literatur:

  • Böhme, G.: Leibsein als Aufgabe. Leibphilosophie in pragmatischer Hinsicht, Baden-Baden 2003.
  • Fuchs, T.: Leib und Lebenswelt. Neue philosophisch-psychiatrische Essays, Baden-Baden 2008.
  • Hähnel, M./ Knaup, M. (Hrsg.): Leib und Leben. Perspektiven für eine neue Kultur der Körperlichkeit, Darmstadt 2013.
  • Knaup, M.: Leib und Seele oder mind and brain? Zu einem Paradigmenwechsel im Menschenbild der Moderne, Freiburg 2012.
  • Maio, G.: Mittelpunkt Mensch: Ethik in der Medizin. Ein Lehrbuch, Stuttgart 2012.
  • Pöltner, G.: Grundkurs Medizin-Ethik, Wien 22006.
  • Rager, G.: Die Person. Wege zu ihrem Verständnis, Freiburg/ Wien 2006.

Wann und Wo: 06. – 08. Februar 2015 | Zentrum für Fernstudien Wien | Strozzigasse 2 | 1080 Wien

Leitung: Dr. Marcus Knaup

Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde der Satz „Die Bereitschaft, ein Referat zu übernehmen, wird vorausgesetzt“ jagt mir keinen gehörigen Schrecken ein. Zwar habe ich grundsätzlich keine Angst davor, vor einer Menschenmenge zu sprechen – sehr wohl aber, dies in in einem akademischen Rahmen zu tun. Auch bin ich mir in Anbetracht der Literaturliste nicht ganz sicher, wie ich das Ganze angehen soll – sind das Empfehlungen? Ist das Pflichtlektüre? Kann ich mir diese Sachen in der UB ausleihen? Muss ich mir das alles kaufen? Reicht ein Überblick? Gehört das alles durchgearbeitet?

Leichtes Unwohlsein breitet sich aus, ich geb’s ja zu. Aber wie auch immer: das Thema ist extrem interessant und auch sehr relevant in meinem Arbeitsalltag – und auch wenn ich meinen wohlverdienten Urlaub in Tirol einen Tag früher beenden muss, als der Rest meiner Familie, und mit dem Zug einmal quer durch Österreich fahren muss, um zum Seminar gehen zu können, freue ich mich doch schon recht darauf und bin schon sehr gespannt.

(Wobei ich natürlich hoffe, dass es nicht so ein Desaster Marke „Geschichte und Kultur: Eine Einführung“ sein wird. Vor Allem hoffe ich auch, dass mehr als nur vier Maxerln dasitzen werden!)

Einen hilfreichen Artikel zum Thema Präsenzveranstaltungen in Hagen mit ganz allgemeinen Informationen aus Sicht eines Studenten habe ich übrigens hier gefunden:

Ablauf einer Präsenzveranstaltung an der FernUniversität in Hagen

Falls jemand aus meiner Leserschaft schon einmal eine Präsenzveranstaltung der FU Hagen besucht hat und etwas darüber zu berichten weiss, dann freue ich mich sehr über entsprechende Kommentare hier!


Edit: Meine Anmeldung wurde postwendend bestätigt. Durch das der Anmeldung angehängte PDF mit weiteren Informationen wurden zumindest einige Unklarheiten beseitigt:

Es gibt eine Themenliste – 14 insgesamt, die wohl im Lauf des Seminars durchgearbeitet werden. Allesamt extrem interessant. Zur Themenliste soll wohl auch ein Referat gehalten werden, die dazu angeführte Literatur bezieht sich auf die auf der Website angeführte Literaturliste. Das lässt zumindest vermuten, dass die Lektüre der gesamten Bücher nicht zwingend vorausgesetzt wird?

Jedenfalls werde ich dazu angehalten, mich mit Dr. Knaup bezüglich der Übernahme eines Referats in Verbindung zu setzen. Leider geht aus der Mail nicht hervor, ob „verpflichtend“, oder „auf freiwilliger Basis“ – aber ich denke, ich kann nichts falsch machen, wenn ich mal von Ersterem ausgehe.

(Panik!)

Welttag der Philosophie 2014

Am 20. November 2014 wird der Welttag der Philosophie gefeiert. Weltweit beschäftigen sich hunderte von Diskussionsrunden, Philosophie-Slams, Tagungen und Projekttage an Schulen mit der Philosophie und ihren Fragestellungen.

Zum zehnten Mal begeht die UNESCO 2014 offiziell den von ihr geschaffenen Welttag der Philosophie. Jeweils am dritten Donnerstag im November geht es um Philosophie, kritisches Denken und freie Meinungsäußerung. Kritisches Reflektieren ist Voraussetzung für ein friedliches und menschenwürdiges Leben in Vielfalt, Gerechtigkeit und Wohlstand.

[…]

Die FernUniversität Hagen organisiert wie bereits seit mehreren Jahren ein Symposium zum Welttag in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission. Thema 2014 ist „Das Glück – Ziel und Problem des Menschen“. Die Tagung in Raum 1-3 des Gebäude KSW dauert von 9.00 bis 14.30 und ist frei öffentlich zugänglich; eine Anmeldung ist aber erwünscht. Drei Vorträgen von Prof. Dr. Hubertus Busche, Prof. Dr. Maximilian Forschner und Prof. Dr. Thomas Bedorf/Dr. Steffen Herrmann schließt sich eine Podiumsdiskussion an. (Quelle: www.unesco.de)

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“Das Glück – Ziel und Problem des Menschen” – Symposium zum UNESCO-Welttag der Philosophie 2014, am 20. November 2014 ab 9:00 Uhr.

>> Flyer

>> hier geht’s zum Livestream