Philosophische Diversionen

Nicht, dass mir neben der ganzen Geschichte im Moment so wahnsinnig viel Zeit bleibt, anderwärtig zu lesen (- nochdazu wird jegliche Form der Freizeit abwechselnd in häkeln/stricken/ArcheAge/RIFT gesteckt!), nichtsdestotrotz fehlt mir die Philosophie, und so bin ich in den letzten Tagen folgender Bücher leihweise oder gekaufterweise habhaft geworden:

DRPrecht_Wer bin ich

Richard David Precht: „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“

Eine faszinierende Reise in die Welt der Philosophie – Richard David Prechts Buch bietet Antworten auf die großen Fragen des Lebens
Was ist Wahrheit? Woher weiß ich, wer ich bin? Warum soll ich gut sein?
Bücher über Philosophie gibt es viele. Doch Richard David Prechts Buch „Wer bin ich?“ ist anders als alle anderen Einführungen. Niemand zuvor hat den Leser so kenntnisreich und kompetent und zugleich so spielerisch und elegant an die großen philosophischen Fragen des Lebens herangeführt. Ein einzigartiger Pfad durch die schier unüberschaubare Fülle unseres Wissens über den Menschen. Von der Hirnforschung über die Psychologie zur Philosophie bringt Precht uns dabei auf den allerneusten Stand. Wie ein Puzzle setzt sich das erstaunliche Bild zusammen, das die Wissenschaften heute vom Menschen zeichnen. Eine aufregende Entdeckungsreise zu uns selbst: Klug, humorvoll und unterhaltsam!

SLaw_Warum die Kreter lügen

Stephen Law: „Warum die Kreter lügen wenn sie die Wahrheit sagen“

„Philosophie und Alltag: Haben Sie sich schon einmal gefragt, wo eigentlich das Universum herkommt? Oder ob eine Maschine denken kann? Ob es Zeitreisen gibt? Ob es moralisch vertretbar ist, Designer-Kinder zu wollen? Wer solche Fragen stellt, hat bereits begonnen, philosophisch zu denken. Ich nehme mir in jedem Kapitel dieses Buches eine dieser Fragen vor und versuche, Sie auf einfache Weise in philosophische Rätsel einzuführen, die Kernthesen herauszuarbeiten und Sie dabei – ich hoffe es zumindest – auch noch zu unterhalten.
Was ist eigentlich Philosophie genau? Die Philosophie beschäftigt sich mit bestimmten Fragen. Das Erste, was an ihnen auffällt, ist, dass es Grundsatzfragen sind und es nicht sicher ist, ob sie die Naturwissenschaft je beantworten kann. Von einem der tiefsten philosophischen Geheimnisse wird das erste Kapitel handeln: Warum gibt es etwas und nicht nichts? Warum existiert das Universum, und warum existiert überhaupt etwas? Die Astrophysiker erzählen uns, dass das Universum mit dem Urknall seinen Anfang nahm. Aber damit ist das Rätsel nicht gelöst, denn daraus folgt zwangsläufig die Frage, warum es den Urknall gab. Was immer die Naturwissenschaftler als Ursachen für die Existenz der Welt angeben: Bei jeder Ursache stellen wir erneut die Frage nach ihrer Ursache. Die Naturwissenschaft kann das Rätsel, warum es etwas gibt, nicht lösen. Auch an ethisch-moralischen Fragen scheitert die Naturwissenschaft. Sollen wir unsere Kinder genetisch vorbestimmen? Vielleicht wird es eines Tages möglich sein, aber die Naturwissenschaftler, die für die nötigen Techniken gesorgt haben, können uns nicht sagen, ob wir sie tatsächlich anwenden sollen. Mit derartigen Fragen schlägt sich die Philosophie herum …“

Cathcart&Klein_Platon und Schnabeltier

Thomas Cathcart & Daniel Klein: „Platon und Schnabeltier gehen in eine Bar…“

Eine Einführung in die Philosophie – der witzigste Weg zu philosophischer Weitsicht. Üblicherweise sind Witze eine Sache, Philosophie eine ganz andere. Hier aber bringen Witze auf den Punkt, worüber sich die großen Denker den Kopf zerbrochen haben, groteske Pointen lassen philosophische Erkenntnisse zum Vorschein kommen. Dieser philosophische Crash-Kurs aktiviert die Lachmuskeln und vermittelt nebenbei tiefe Einblicke in alle wichtigen Denkdisziplinen wie Logik, Metaphysik, Ethik, Sprach- und Staatsphilosophie.

Zur Qualität der Bücher kann ich im Moment noch nichts sagen, denn ich bin erst ein paar Seiten in „Wer bin ich…“ vorgedrungen. Vielleicht ist aber doch die eine oder andere Anregung zur leichten Auseinandersetzung mit der Philosophie für Euch dabei!

Der Countdown läuft…

Tja, liebe Leser. Dieses Semester steht wohl unter keinem guten Stern. Ich habe es bis dato noch nicht geschafft, mit dem Stoff auf gleich zu kommen, das Versäumte nachzuholen. Ich beginne gerade erst mit dem Lesen der 3. Kurseinheit des Hauptkurses, mit dem Exzerpieren bin ich überhaupt erst zur Hälfte mit der 2. Kurseinheit fertig. Der Zweitkurs ist im Moodle noch nicht angekündigt, aber der muss dann natürlich auch noch durchgearbeitet werden. Ich gebe mein Bestes, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es in diesem Fall reichen wird. Auch wenn ich im Grunde ja eigentlich ohnehin nicht mehr als ein Genügend brauche.

Nichtsdestotrotz versuche ich, im Moment nicht allzu viel darüber nachzudenken, und arbeite einfach vor mich hin – hoffe das Beste.

(Darunter fällt unter anderem auch meine Studienkollegin B, die momentan noch urlaubt – aber danach wollen wir uns zusammensetzen und gemeinsam pauken. Nachdem das für die P1 Klausur so gut funktioniert hat für uns beide, setze ich grosse Hoffnungen auf gemeinsame Lernsessions.)

Für heute gibt’s noch was zur Inspiration, falls noch jemand gerade hadert, den Nelson Mandela hat vollkommen recht:

Mandela

 

Lustgewinn durch Lernen

Lernen ist ein ‘Gestalten’ und Ausbilden der eigenen seelischen Möglichkeiten zu etwas Bestimmten”, sagt der gute alte Grieche in De Anima II, 1-2 . Und: auch der spezifische Lustgewinn, der mit dem Lernprozess verbunden ist, kann sich nur aus einer (erkennenden) Aktivität ableiten.

So schaut’s nämlich aus. 🙂

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Pallas Lernleitfaden, oder: wie ich aus Fehlern klug wurde

Vollkommen klar: jeder Mensch ist anders. Jeder Student lernt anders. Wir alle haben unterschiedliche Hintergründe, „das Lernen“ auf akademischem Level liegt für alle unterschiedlich lang in der Zeit zurück, bzw. hat vielleicht sogar überhaupt noch nie zuvor stattgefunden. Manche sind visuelle Typen, manche müssen den Stoff hören, um ihn sich zu merken. Einige haben vielleicht ein photographisches Gedächtnis. Andere haben vielleicht täglich Schwierigkeiten, sich aufs Neue zu motivieren, sich abends nach einem langen Tag noch hinzusetzen, sich überhaupt länger als ein paar Minuten wirklich zu konzentrieren.

Trotzdem denke ich, dass man ein paar allgemeingültige Dinge zum Modul P1 sagen kann, die vermutlich weiterhelfen – und die in der Form vermutlich auch für P2 gelten werden.

Ich vermute: wer P1 belegt und sich in freudiger Erwartung und voller Motivation (so wie ich) am Semesterstart zum ersten Mal begeistert über seine Studienbriefe beugt, hat vermutlich im Vorfeld noch keine grossen Berührungspunkte mit Philosophie und philosophischen Texten gehabt. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel, aber für den durchschnittlichen P1’ler soll diese Annahme einmal gelten.

Für mich war es auf jeden Fall so. Meine Berührungspunkte mit Philosophie beschränkten sich zu diesem Zeitpunkt auf ein Jahr Philosophie in der 8. Klasse Gymnasium – in meinem Fall unterrichtet vom sexistischen Pädo-Prof und auf ein philosophisch-biologisches Seminar, das ich irgendwann im Lauf meines Biologiestudiums belegt und bitter bereut habe.

Unweigerlich stösst man als ehemalige Naturwissenschaftlerin bereits nach wenigen Seiten des Leitkurses an die Grenzen seiner geistigen Dehnbarkeit und fragt sich ernsthaft, wo man denn hier um Gottes Willen hineingeraten ist – und warum. Schnell wird klar: für einen Naturwissenschaftler wie mich tun sich hier Abgründe auf, eine vollkommen neue Sprache muss erlernt werden, ein vollkommen neues (mir fremdes) Lernschema muss sich angeeignet werden. Geisteswissenschaften sind – surprise – ein vollkommen anderes Kaliber. Neue Wege müssen gegangen werden, alles ist anders. Und so habe ich die ersten Wochen des ersten Semesters einmal mehr oder weniger nur damit verbracht, mich „einzulesen“ und mich an die Sprache zu gewöhnen. Und daran, dass es für mich keine „Facts“ mehr zu lernen gab. Nur Theorien über Theorien – und diverse Einwände und Kritiken an den Theorien, sowie Kritiken an den Kritiken. Wenig fassbar für jemanden wie mich.

Das kostete wertvolle Zeit. Ebenso mein Versuch, mir handschriftliche Exzerpte zu erstellen. Diese waren zwar äusserst akkurat und theoretisch wohl gut brauchbar, wäre da nicht die Tatsache gewesen, dass ich handschriftlich ungefähr so schnell war, wie eine Nacktschnecke auf ihrem Sonntagsspaziergang. Das Resultat war, dass ich sehr schnell in Verzug gekommen bin und das rechtzeitige Bearbeiten der Übungsaufgaben dadurch fast immer in Stress ausgeartet ist. Am Ende hatte ich unvollständige Exzerpte, die nur soweit geschrieben waren, wie der Stoffumfang der Übungsfrage verlangt hat, und keinen Strich weiter.

Circa zur Hälfte des Semesters habe ich meine Bemühungen entnervt aufgegeben und am Computer weiterexzerpiert und voilà – plötzlich hatte ich sehr brauchbare, komplette Exzerpte und mehr Zeit, mich den Übungsaufgaben zu widmen. Wie sich später, zur Klausurvorbereitung, noch herausstellen sollte, waren auch meine anfänglich geschriebenen Exzerpte vollkommen unbrauchbar, da ich es am Ende extrem mühsam fand, den Stoff in meiner eigenen Handschrift zu lernen. Ich habe also Klausurrelevantes dann erst recht nocheinmal am Computer nachexzerpiert. Doppelte Arbeit.

Daher, kurz und knackig:

  1. Mitarbeit. Von Anfang an. Beteilige Dich regelmässig im Moodle und halte Dich an das vorgegebene Tempo und den vorgegebenen Zeitplan. Dann geht sich alles aus, auch wenn es zu Beginn nicht so aussieht.
  2. Exzerpiere. Exzerpiere. Exzerpiere. Auf welche Art auch immer – im Zweifelsfall auf jeden Fall auf die schnellste und leserlichste Art. Du wirst es Dir am Ende danken.
  3. Mind-Maps sind wunderbare Tools, um sich gleich vorneweg einen Überblick über ein Kapitel zu verschaffen und sich eine Gliederung zu erstellen, nach der man sein Exzerpt schreiben kann. Ich verwende die Chrome App MindMup dazu und bin schwer davon begeistert. Die App integriert sich wunderbar in Google Drive, das ich weiters ebenfalls nur warm empfehlen kann. Ich persönlich verfasse und verwalte all meine Exzerpte, Übungsaufgaben, etc. ausschliesslich über Google Docs, die ich im Google Drive speichere. Dadurch habe ich von immer und überall Zugriff auf die aktuellste Versionen meiner Dokumente und muss mir (hoffentlich) über Speicherung, Datenverlust und Versionschaos keine Sorgen machen.
  4. Mach alle Übunsgaufgaben und gib sie rechtzeitig ab. Herrn Schmitts Kommentierungen sind Goldes wert. (Hier gibt es beispielhaft meine Übungsaufgaben aus dem letzten Semester gesammelt.)
  5. Bleib dran. Auch im ärgsten Motivationstief. Selbst eine Viertelstunde lesen ist besser, als einen Tag ganz ausfallen zu lassen. Die Öffis am Weg in die Arbeit und am Heimweg bieten sich wunderbar für solche Tage an. Und wenn doch:
  6. Verabschiede Dich vom schlechten Gewissen. Der Tag hat nur 24 Stunden. Du hast (vermutlich) ein Leben abseits des Studiums. Kinder und einen Mann, in meinem Fall. Die können nichts dafür, dass Du im Stress bist und Dir ein Studium aufgehalst hast. Im Zweifelsfall hat das Studium zeitlichen Nachrang – und Du wirst die Prüfung trotzdem schaffen. Die von der FernUni Hagen angegebenen 20 Stunden pro Woche Lernaufwand für Teilzeitstudenten sind ein Richtwert. Ein sehr übertriebener Richtwert, wie ich finde. Zumindest für P1. Und wenn Dir einen Abend lang danach ist, lieber vor der XBox zu hocken, oder dem Fernseher, dann ist es eben so. Man braucht auch mal eine mentale Pause, sonst geht gar nichts mehr, irgendwann.
  7. Finde Dir einen Study-Buddy. Für Studenten an einer Präsenzuni quasi das Natürlichste auf der Welt – für uns Fernstudis aber nicht immer so leicht umzusetzen, wie es klingt. Die Facebook-Gruppen sind ein guter Anlaufpunkt dafür. Ebenso die in den lokalen Studienzentren zu Semesterbeginn stattfindenden allgemeinen Einführungsveranstaltungen. Ich habe in so einer Veranstaltung meinen „Study Buddy“ #B gefunden, mit der ich mich im Lauf des ganzen Semesters immer wieder via Facebook ausgetauscht habe und mit der ich im letzten Lernsprint vor der Klausur noch eine Wahnsinns-Lernsession hingelegt habe. Es hilft und motiviert. Ungemein. Geteiltes Leid und so. Und wenn man sich den Stoff vorbetet, bzw. vorbeten lässt, bleibt auch gleich noch wesentlich mehr hängen, als es durch bloßes Lesen je könnte. (Zumindest, wenn man der Lerntyp ist, der ich bin.)
  8. Nicht in Details verrennen. Es mag verlockend sein, alles bis ins kleinste Detail verstehen zu wollen und sich von anderen mitreissen zu lassen, die das ewig lang im Moodle oder auf Facebook betreiben (- und sich von denen verrückt machen lassen). Ja, natürlich soll man fragen und hinterfragen. Es ist aber unglaublich leicht, sich in ewig kleine Details zu verrennen und sich den Kopf damit anfüllen und sich damit heillos zu verwirren. Das ist wohl nicht der Sinn einer Philosophie-Einführungsveranstaltung. Die Klausur ist im Grunde nur ein präzises Wiedergeben von Gelesenem – nicht mehr und nicht weniger. Take it for what it is.
  9. Sich von Ballast trennen. Aufgeben, was nicht funktioniert. In meinem Fall zum Beispiel Karteikarten. Die ich sowohl in digitaler Form als iPad App hatte, als auch fein-säuberlich als altmodisches Karteikartenkästchen mit kleinen Kärtchen zum Befüllen. Aus irgendeinem Grund war ich darauf versessen, mit diesen Karteikarten zu lernen und sie gewissenhaft zu beschreiben und überallhin mitzunehmen. Ich wollte vor der Klausur eine perfekt geführte Kartei gefüllt mit Fremdwörtern, Theorien, Stichpunkten, etc. in der Hand haben, koste es, was es wolle. Es hat sich innerhalb weniger Tage herausgestellt, dass das einfach nicht mein Stil ist und mir gar nichts bringt – und trotzdem habe ich noch lange nicht davon abgelassen. Wertvolle Zeit, die ich sinnvoller hätte investieren können und sollen. In anständige, computergeschriebene Exzerpte zum Beispiel.
  10. Immer das Ziel vor Augen halten. Warum tust Du Dir das an? Was ist Dein Ziel? Das weisst nur Du ganz alleine. Ich persönlich hatte damals zu Zeiten meines Präsenzstudiums keine wirklichen Ziele. Ich habe studiert, weil es halt das war, was man nach der Matura gemeinhin so macht. Wo mich das hingeführt hat, wissen wir. Diesmal ist alles anders. Diesmal ist es den Aufwand und die Opfer wert. Und lass Dir das auch nicht ausreden – so wie es mir beinahe ausgeredet wurde, 3 Tage vor meiner ersten Klausur. Ja, und die Klausur selbst? UNBEDINGT SCHREIBEN. Auch wenn Du das Gefühl hast, „nichts zu wissen“, oder „nicht genug gelernt zu haben“. Geh trotzdem. Sonst wäre der ganze Aufwand im Lauf des Semesters umsonst gewesen.

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Philosophie – Metaphysik – Theologie

Gefunden im Moodle zu P1, gedacht als Auflockerung unseres Mentors Herrn Schmitt für uns in den letzten stressigen Stunden vor der Klausur. Konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen:

Was ist der Unterschied zwischen einem Philosophen, einem (dogmatischen) Metaphysiker und einem Theologen? – Der Philosoph sucht in einem stockdunklen Raum nach einer schwarzen Katze… – Der Metaphysiker sucht in einem stockdunklen Raum nach einer schwarzen Katze, die nicht da ist.. – und der Theologe sucht in einem stockdunklen Raum nach einer schwarzen Katze, die nicht da ist und ruft: „Hurra – ich hab sie!“