Phoenix aus der Asche…

Da mein letzter Eintrag hier mittlerweile ein Jahr und zwei Wochen in der Vergangenheit liegt und sich – sehr zu meiner Freude – in der Zwischenzeit einige meiner Leser nach meiner Befindlichkeit und/oder dem Status meines Fernstudiums erkundigt haben, schulde ich hier vermutlich tatsächlich ein kurzes „Statusupdate“.

Ja, mein Studium ist nun drei Semester lang völlig brach gelegen. Das ist schlimm – klar. Schlimmer sind natürlich die Gründe dafür… die definitiv diesmal nicht in meiner Faulheit oder Motivationslosigkeit zu verorten sind. Tatsache ist, dass vor mittlerweile einem Jahr meine Ehe nach zehn Jahren in die Brüche gegangen ist – und dass so ein Kataklysmus, so notwendig er auch war, nicht spurlos an einem vorübergehen kann, erklärt sich von selbst. Es galt erstmal, das Leben neu zu sortieren, bzw. schlicht und einfach den Alltag alleine mit zwei Kindern „auf die Reihe“ zu bekommen – und in diesem modus operandi gab es keine emotionalen, zeitlichen oder intellektuellen Reserven für soetwas wie ein Studium. Nicht „lebensnotwendige“ Aktivitäten mussten gnadenlos aus dem Alltag gestrichen werden – frei nach dem Motto something’s gotta give.

Entsprechend habe ich kein schlechtes Gewissen in irgendeiner Form, Zeit unnötig verschwendet zu haben (- wie ich es im Semester nach L1 leider sehr wohl getan habe), da ich die Unausweichlichkeit dieser situationsbedingten Zwangspause durchaus anerkenne und mir selbst auch zugestehe. Immerhin das Präsenzseminar Aus Liebe zum Führer: Emotionen und die Geschichte des Nationalsozialismus bei Dr. Alexandra Przyrembel habe ich letztes Jahr besucht – und kann es uneingeschränkt weiterempfehlen, so es noch einmal angeboten werden sollte. Ebenso besucht habe ich die Lehrveranstaltung Schreibkompetenz bei Dr. Franz Palank, der ein ziemlicher Charakterkopf der guten alten Wiener Art ist – und dessen LVs zu besuchen sich schon alleine deshalb absolut auszahlt.

Mittlerweile haben sich die Dinge, der Alltag, ich selbst, etc. – soweit möglich – eingespielt und normalisiert und ich liebäugele wieder ernsthaft mit dem Semester, das kommenden Montag offiziell startet. Entsprechend wurden meine G2-Studienbriefe abgestaubt… meine Uni-Unterlagen neu sortiert… mein iPad frisch bestückt… ein neuer Textmarker gekauft… und meine Motivation aus den tiefsten Tiefen meines Gehirns hervorgekramt. Yay! Auch für Dr. Annika Hüsings online Präsenzseminar Mesopotamien gestern, heute, morgen – eine Kulturlandschaft im Spiegel der Zeiten habe ich mich erneut angemeldet.

Vielen Dank an alle, die sich nach mir und meinem Studium erkundigt haben – ich hoffe, hier ab jetzt wieder sinnvolle Beiträge leisten zu können. Falls sich Kommilitonen hier wiederfinden sollten, die ebenfalls G2 belegen, dürfen sie sich – wie immer – sehr gerne bei mir melden, ganz besonders, wenn sie vielleicht sogar noch geographisch sich im Raum Wien befinden sollten.

Und, mal wieder: Tschakka!

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Meanwhile…

Nachdem mein letztes Posting schon ein paar Tage (*ahem*) zurückliegt, ist es vielleicht an der Zeit, die letzten Monate ein wenig Revue passieren zu lassen – auch wenn eigentlich nichts davon mit meinem Fernstudium etwas zu tun hat.

Ja – ich habe leider auch ein zweites Semester in den Sand gesetzt (- ausgesetzt). Die Gründe dafür sind ebenso mannigfaltig, wie eigentlich völlig belang- und haltlos, denn im Grunde hätte ich mir trotz Allem die Zeit nehmen können/sollen. Sagen wir einfach, jegliche Motivation hat sich zu 100% aus meinem Leben dem Semester verabschiedet. Kommilitonin #C war mit ihrem Neugeborenen zu beschäftigt, um sich mit der Uni zu befassen – und im L1-Semester habe ich mich dann doch sehr an ihre Lernpartnerschaft zur Eigenmotivation gewöhnt und ohne sie war für mich dann kaum etwas zu machen, der innere Schweinehund war allmächtig. Dazu kamen dann weitere Themen… Beziehungsstress, eine neue Therapie für mich, Probleme in der Arbeit, die sich in einer grossen Kündigungswelle vom Winter bis in den Frühsommer hinein geäussert haben und jetzt in Form eines grossen Office-Umzugs weitergehen… wie dem auch sei, das Leben war von allen Seiten her irgendwie viel zu… ablenkend.

Anyway.

Neues Semester, neues Glück. Auch Kommilitonin #C ist wieder mit von der Partie. Ich habe mich als Wiederholerin für L2 und G2 rückgemeldet, wobei ich tatsächlich mehr zu G2 tendiere und auch schon mit dem Lesen des ersten Studienbriefs begonnen habe. Hinzu kommen 1 Präsenzseminar und 1 online Seminar, die mich beide ebenfalls mehr in die G2-Richtung ziehen:

Präsenzseminar: Emotionen und die Geschichte des Nationalsozialismus

Samstag 26. November & Sonntag 27. November | 9-17 Uhr
Zentrum für Fernstudien Wien | Strozzigasse 2, 1080 Wien

(Anmeldung & detaillierte Infos ab ca. 8 Wochen vor Beginn)

Online-Seminar: Mesopotamien gestern, heute, morgen – eine Kulturlandschaft im Spiegel der Zeiten

01. Oktober bis 31. März | Moodle

In diesem Online-Seminar werden Lernmaterialien eingestellt, die Grundkenntnisse zum Thema Mesopotamien vermitteln und Anregungen zu Hausarbeitsthemen und mündlichen Prüfungen geben.

Zusätzlich habe ich mich auch zu den folgenden Lehrveranstaltungen am Zentrum für Fernstudien Wien angemeldet:

Professionelle (Literatur-)Recherche und Zusammenarbeit im Internet

Freitag 11. November, 15-19 Uhr & Samstag 12. November 9-17 Uhr
Zentrum für Fernstudien Wien | Strozzigasse 2, 1080 Wien

In dieser Lehrveranstaltung wird mit Ihnen gemeinsam erarbeitet, wie Sie die elektronischen Medien für Ihr Studium bestmöglich nutzen. Sie lernen zahlreiche Web-Anwendungen kennen und diese für Ihre Bedürfnisse einzusetzen (Bibliotheksrecherche, wissenschaftliche Suchmaschinen und Fachdatenbanken, Weblogs als Plattform für Lerngruppen, um Aufgaben gemeinsam zu lösen, Programme zur Strukturierung von Informationen und zur Speicherung von Teilen von Websites, Application Sharing Tools, um an verschiedenen Orten zeitgleich und kollaborativ arbeiten zu können, etc.). Sollte Bedarf bestehen, so kann auch das FernUni Hagen spezifische Moodle-System kennengelernt werden.

Schreibkompetenz

Freitag 28. Oktober, 17-21 Uhr & Samstag 29. Oktober, 9-17 Uhr
Zentrum für Fernstudien Wien | Strozzigasse 2, 1080 Wien

Der Workshop ist in praktischer Form auf die Entwicklung der Schreibkompetenz gerichtet. Er baut Ängste ab, macht Mut, schafft Knowhow, und vieles mehr. Er richtet sich an alle Studierenden, an solche in den Anfangsphasen ebenso wie an diejenigen, die schon vor großen Schreibaufgaben (Bachelor oder gar Master) stehen. Das gemeinsame Lernen hat sich in den bisherigen Seminaren sehr bewährt.

Tschakka!

Zeit für Ernsthaftigkeit

Die Klausur ist vorbei – jetzt kann ich mich endlich guten Gewissens dem Ernst des Lebens zuwenden: dem Seppo Blog Award, nämlich – nein, entschuldigung, der Seppo Blog Auszeichnung natürlich, die zu gewinnen ich mir zu meinem höchsten Lebensziel nach dem Abschluss dieses hier dokumentierten Studiums gemacht habe.

Ja, ernsthaft – und um das Unerreichbare ein Stück näher in meinen unwürdigen Orbit zu ziehen, mache ich mich hiermit ans Beantworten des verpflichtenden Fragebogens, ohne den man gar nicht erst in die nächste Evaluierungsrunde aufgenommen wird – und da könnte ich mir quasi gleich selbst das Herz mit einem Löffel aus dem Brustkorb pulen.

Worum es geht? Nun ja…

„…es geht ja nicht um irgend eine belanglose Auszeichnung, die cainerley Folgen für den Sieger hat, sondern es geht um eine belanglose Auszeichnung, die cainerley Folgen für den Sieger hat!“ – Seppo

Daher ohne weitere Umschweife, hier mein natürlich völlig ernstgemeinter Seppo-Beeindruckungs-Versuch.


 

#sba2016: Der Fragebogen

Seppo Blog Award FragebogenWas haben Seppo und Du gemeinsam?

Das ist ja ein toller Einstieg in den Fragebogen – ist die Antwort darauf wirklich so offensichtlich, oder ist das eine Art Fangfrage? Da fühle ich mich gleich ein paar Tage in der Zeit zurückversetzt, zurück zu meiner L1-Klausur – und ich bin mir bis heute nicht sicher, ob ich dem Prüfer mit meiner Antwort zum Narrativen Modus nicht vielleicht doch auf den Leim gegangen bin. So einfach konnte es einfach nicht sein! Seppo? Ist die richtige Antwort wirklich „einen Blog“? Shit, hab ich Versagensangst!

Wieso hättest Du die SBA nicht verdient?

Weil ich gleich auf die allererste Frage des alles-entscheidenen Fragebogens nicht die richtige Antwort kenne.

Eine Woche lang keine (soziale) Technik: kein Handy, kein Facebook, kein Blog – nichts. Was würde das mit Dir machen?

Darf ich dann wenigstens SWTOR spielen? Ein Haufen Geeks, die sich vor langer Zeit mit virtuellen Lichtschwertern in einer weit, weit entfernten Galaxie duellieren, können nicht als „sozial“ durchgehen, oder? Wenn nicht – dann muss wahrscheinlich der oben erwähnte Löffel zum Einsatz kommen.

Was inspiriert Dich für Deine Themen?

Meine universitäre Versagensangst und meine Zwangsstörung, jedes Detail meines Lebens zu dokumentieren und zu archivieren. Man stelle sich nur vor, ich wüsste in 10, 20 Jahren das genaue Datum der Klausur irgendeines Einführungsmoduls nicht mehr – und die zugehörige genaue Anzahl an Tagen und Stunden, die ich dazu in der Bibliothek verbracht habe?

Wer hat Dir das Hirn so manipuliert, dass Du bei so einem Wettbewerb teilnimmst? 

Wie ich festgestellt habe, hat der regelmässige Konsum des seppologs zum Teil besorgniserregende Auswirkungen auf die Sichtweise des eigenen, normalerweise völlig ernstzunehmenden Blogs – anders kann ich es mir auch nicht erklären.

Wer sollte Deinen Blog besser nicht lesen?

Ein gewisser sehr guter Freund von mir, der diesen Blog gleich nach der ersten Verlinkung des ersten Artikels auf meinem FB-Profil als „seltsamen Auswuchs“ bezeichnet hat. Der soll sich bloß nocheinmal hierherverirren – dann werd ich ihm schon seltsame Auswüchse zeigen! (#sba2016)

Auf einer Skala von eins bis zehn: Was isst Du am liebsten?

Ja.

Welchen Titel hatte Dein erster Blog-Eintrag, welchen wird Dein letzter haben?

Mein erster hiess völlig uninspiriert „Herzlich Willkommen!“ – mein letzter heisst dann wahrscheinlich „Ich bin endlich Bachelor(ette)!“, oder „Ich habe den #sba2016 gewonnen!“, je nachdem, was zuerst eintritt. In beiden Fällen habe ich dann ja quasi ausgesorgt.

Was frühstückst Du?

Die Zecherln meines Sohnes. Und das meine ich völlig ernst.

Katze oder Hund?

Wellensittich! Die Katzen dieser Welt haben sich zusammengerottet, um mir einen möglichst qualvollen Tod durch Ersticken und/oder Ertrinken im Sekret meiner rinnenden Augen/Nase zu bereiten. Ein Hund bleibt mir in diesem Leben leider auch verwehrt, weil der andauernd irgendwo stundenlang ins Freie muss um dort sinnlos herumzurennen – und dorthin kann ich meine Couch leider nicht mitnehmen.

Hast Du sonst niemanden, dem Du das alles erzählen könntest?

Nein, wen sollte das alles interessieren???

Wer liest Dich überhaupt?

Na, der Seppo, hoffentlich! Und angeblich 249 Follower aus dem universitären Umfeld. (Bei denen ich jetzt wahrscheinlich vollkommen untendurch bin.)

Was müsste geschehen, dass Du mit dem Bloggen aufhörst?

Sudden death, beziehungsweise wohl das Erlangen meines BAs.

Welche Eigenschaft an einem Menschen schätzt Du am meisten?

Hier mal eine ernste Antwort: Ehrlichkeit und Verlässlichkeit. Und ein gewisses Maß an Alltags-OCD, das meinem zumindest nahekommt.

Was ist Deine beste Eigenschaft?

Ehrlichkeit, Verlässlichkeit – und ein möglicherweise übertriebenes Maß an Alltags-OCD.

Was ist Dein größter Fehler?

Ehrlichkeit, Verl… well, you get the picture.

Wie, denkst Du, sehen Dich die anderen Menschen?

Ehrlich, verl… ok, Schluss damit. Die meisten sind vermutlich der Meinung, ich hätte einen Poscher.

Was würdest Du niemals in einem Blog posten?

Ein Foodstagram! Das würde ich mich nicht trauen – Frau Kollegin D.

Glaubst Du neben Seppos Blog noch an andere Wunder?

Das muss ich ja – wie sonst sollte ich meinen BA jemals erreichen? Oder gar meinen MA?

Wenn Du einen Gegenstand in eine Zeitkapsel tun könntest, welche erst in 100 Jahren geöffnet werden würde, welcher Gegenstand wäre das?

Vermutlich ein Pommes vom McD’s. Alles andere würde ja mit der Zeit kaputt gehen.

Was bedeutet Schreiben für Dich, was macht es mit Dir?

Es macht, dass 8 meiner 10 Finger in schnellem Stakkato systematisch über meine Tastatur gleiten.

Wie kriegst Du Seppo ins Bett?

Die Fragen, die es vorher auf jeden Fall zu klären gilt: Schnarcht er? Nimmt er mir in der Nacht meine Decke weg? Akzeptiert er kalte Füsse zwischen seinen Waden? Was sagt seine Mitbewohnerin dazu? Danach können wir gerne über die eigentliche Frage sprechen.

Was macht Mannsein für dich aus, was Frausein?

Ich war noch nie ein Mann, daher kann ich dazu leider nichts sagen. Frauen werden meistens durch ihre Vagina definiert – und definitiv durch lange Haare, wenn man so manchem Mann Glauben schenken mag. (#stillnotgrowingoutmypixiecut)

Was bedeutet das Konzept der ewigen Liebe für Dich? Ist es möglich? Wünschenswert?

Zwischen Eltern und Kindern – keine Frage. Zwischen zwei Menschen in einer Beziehung – nein. Soll biologisch auch nicht so sein, ist meiner Meinung nach der Abwechslung wegen auch nicht wünschenswert, und gibt es maximal in Form einer Art „Liebe aus Gewohnheit“, die sich halt irgendwann mal einstellt – oder eben auch nicht.

Warum sind 28 Fragen zuviel?

Sind es tatsächlich 28 Fragen? Ich habe die Nummerierung entfernt, da kann ich nicht mehr mitreden.

Blogger seien Selbstdarsteller, heißt es oft. Warum stimmt das – und ist das schlimm?

Siehe oben, siehe meine Archive.

Warum machst Du bei dieser Nummer mit?

Ruhm, Ehre, Clicks, Likes, Seppos Aufmerksamkeit! Obviously.

Wie löst Du zwischenmenschliche Konflikte? Offensiv, defensiv oder gar nicht?

Ich bin ein sehr friedfertiger Mensch, aber wenn man mir blöd kommt – fress‘ ich meinen Frust solange in mich rein, bis sich meine gesamte aufgestaute Aggressivität explosionsartig extrem passiv entlädt!


So. Und? Hab ich jetzt gewonnen?

 

Projekt: Literatur von der Aufklärung bis zur Moderne

Gestern habe ich obengenanntes Projekt begonnen. Neben den üblichen Verdächtigen (Kostenlose Klassiker auf Amazon, Thalia Kostenlose eBooks, Project Gutenberg, Zulu eBooks) habe ich auch folgenden Anbieter für Gratis e-Books gefunden: ManyBooks. Zum Sortieren und Konvertieren empfehle ich nach wie vor Calibre – aber das kennt Ihr sicher ohnehin.

Auch meinen Goodreads-Account habe ich reaktiviert – werde ihn allerdings nur für studiumsbezogene Literatur verwenden. Das entsprechende Widget findet sich nun in meiner Sidebar.

Es ist schön, endlich wieder unbeschwert lesen zu können und in der U-Bahn in der Früh und am Heimweg meinen Kindle statt Lernunterlagen zücken zu können! Was macht Ihr alle mit Eurer neugewonnenen temporären Freizeit so?

The Aftermath…

Sekt

Kommilitonin #C und ich beim Post-Klausuren-Sekt

Den Abend bei einem Spieleabend mit sehr guten Freunden ausklingen lassen… diesen aber vergleichsweise „früh“ beendet (- um Mitternacht), weil mein Körper, insbesondere meine Augenlider, sich wie Blei angefühlt haben. Trotz zweier Kaffees spätabends.

Daheim dann noch bis 3:15 in der Früh wach im Bett gelegen.

Vor lauter Müdigkeit beinahe unfähig, mich zu bewegen – aber mein Hirn: „IDIDITIDIDITOMGIDITITYEAAAAAAAAAAHHHHHHLETSPARTYCOMEON!!!!“

(Zitierte direkte Rede, btw. OMG STOP!)

Ich bin müde.

Ein intensives Nachbesprechen der Klausur in der entsprechenden Facebook-Gruppe, lässt mich jedenfalls doch ein wenig tiefenentspannter durchatmen: wir scheinen uns bei den meisten der Antworten alle durchaus einig zu sein. Zumindest einig genug, dass ich zu behaupten wage, das Minimum der 7 Punkte in jeder Teilprüfung auf jeden Fall erreicht zu haben.

2 Fragen sorgen aber für Aufregung, und das absolut berechtigt, wie ich meine. Zum einen wurde eine Frage nach dem Schema „Streichen Sie das nicht dazugehörige Wort dieser Wortgruppe und ersetzen Sie es durch das Fehlende“ gestellt, deren Beantwortung offenbar nicht nur mir nicht möglich war – da ich 2 der 3 betreffenden Worte in meinem Leben noch nicht gehört habe… und damit bin ich ganz offensichtlich nicht die Einzige. Die Studienbriefe und das Glossar schweigen dazu und im Moment herrscht da deswegen durchaus auch ein wenig (gerechtfertigte) Aufregung.

Zum Anderen wurde bei der Bestimmung der rhetorischen Figuren und Tropen dieser Satz in den Raum gestellt: „Der Kaiser wurde sowohl als Spieler, als auch als Trainer Weltmeister.“ Soweit so gut – es handelt sich um eine Antonomasie – was man allerdings NUR wissen kann, wenn man mit entsprechendem Vorwissen auch weiss, dass „Der Kaiser“ für Franz Beckenbauer steht – was meiner unserer Meinung nach keinesfalls einfach vorausgesetzt werden kann. Nicht jeder interessiert sich für Fußball – nicht jeder ist aus Deutschland, wo dieses Wissen noch eher zum Alltag gehört, als anderswo.

Beantwortungsstatistiken zu dieser Frage in Zusammenhang mit studentischer Herkunft wären hier im Nachhinein sicher interessant.

Sei’s drum. Posting auf diesem Blog wird demnächst sehr wahrscheinlich wieder eher sporadisch – in der Zwischenzeit wird’s dafür wieder mehr auf meinem Häkelblog Crochetophile’s Parlor zu lesen geben, wen’s interessiert!

4 Augenpaare…

…wenn Blicke töten könnten, ui!

Vögel
Angepisste Gesichtsausdrücke bei Wellensittichen: hier ist der Beweis. Sorry, guys. Heute wird mal nicht rumgeflogen und den ganzen Tag gequasselt, sondern Euer Aufenthaltsort völlig unzeremoniell ins Nebenzimmer bei geschlossener Tür verlegt. Mea culpa, morgen ist alles wieder gut.

Und so sind es nur noch 3…

Ich freunde mich langsam mit dem Gedanken an, diese Klausur vielleicht auch nicht zu schaffen – ganz in echt. Und das bei gefühltem Pauk-Aufwand von nie dagewesener Menge und Intensität. Aber irgendetwas mache im Vergleich zu den anderen Modulen bis jetzt falsch.

Morgens skype ich stundenlang mit Kommilitonin #C, ab mittags sitze ich dann bis spätabends in der Bibliothek – was mir eigentlich bis dato immer Sicherheit gegeben hat, sich diesmal aber eher ins Gegenteil kehrt. Noch immer bin ich nicht mit allen Epochen durch, noch immer sitzen weder Genette, noch Lyrik, noch Rhetorik.

Panik ist kein gutes Grundgefühl… auf der anderen Seite frage ich mich: warum eigentlich Panik? Hängt ja nichts weiter an dieser Klausur, als mein eigener Stolz. Dieses Studium ist nicht wirklich relevant, ich mache es nur aus Spass an der Freude – die mir, zugegebenermaßen, im Moment ein wenig abgeht – und abgesehen davon hängt die Möglichkeit, mein Studium auch im nächsten Semester weiterführen zu können im Moment ohnehin am seidenen Faden. Studienabbruch, Runde 2. (Cliffhanger, ja. Absichtlich.)

Also, eh egal, eigentlich. Kein Stress. (Hörst Du, Hirn? Kein Stress… fuck you!)

To lighten up the mood a bit eröffne ich der werten Leserschaft hiermit, dass ich mich heuer zum ersten Mal selbst für den sensationellen und äusserst prestige-trächtigen Seppo Blog-Award vorgeschlagen habe und vom Seppo auch tatsächlich nominiert wurde. Dieser Award stellt alle bisher dagewesenen völlig in den Schatten und ich hoffe auf Ruhm und Ehre und massenhaft Clicks und Likes mit meiner Nischenbloggerei, die eigentlich keinen Menschen ausserhalb des FernUni-Dunstkreises interessiert – und da dafür aber ohnehin schon ganz ordentlich. Und da es jetzt da eben auch eine hochoffizielle Grafik für die glücklichen Nominierten gibt, will ich Euch diese voller Stolz natürlich auch nicht vorenthalten:

Seppo Blog Award Nomination

(Die Highlights in meinem Leben sind also – wie ihr seht – eher überschaubar.)

Durchbruch: Lyrikanalyse

Wenn der Spruch „Nicht für die Schule – für das Leben lernen wir“ sich im Alltag bewahrheitet und diese Wahrheit einem das Leben (- bzw. in diesem Fall halt das Thema „Lyrikanalyse“) doch recht vereinfacht, dann lehnt man sich zufrieden zurück und gedenkt melancholisch lächelnd der guten alten Zeiten… die einen in den guten alten Zeiten vor Verzweiflung regelmässig in den übertrieben dramatischen Teenage-Wahnsinn getrieben haben.

„Stell dich nicht so an, Kind.“, würde ich meinem Teenager-Selbst sagen. „Es mag dir jetzt sinnlos und mühsam und als gemeine Schikane erscheinen – aber in gut 20 Jahren wirst du mal froh drüber sein! Das Zeug ist echt brauchbar!“

„Wer bist du und was weisst du schon vom Leben und meinen Problemen?“, würde mein verpickeltes, sozial minderbemitteltes Teenager-Selbst dann patzig fragen.

„Ich bin du! Und ich spreche zu dir aus dem Jahr 2015.“

„2015! Unmöglich… da wäre ich ja schliesslich schon 36 und wie du weisst, gebe ich mir mit 30 die Kugel, weil ich nicht so ein alter Sack sein werde – niemals!“

„Tja, dumm gelaufen. Du gehst tatsächlich auf die 40 zu und bist eigentlich ganz zufrieden, so im Allgemeinen, dich mit 30 nicht in die ewigen Jagdgründe versetzt zu haben. Und so schlecht siehst du eigentlich mit Mitte 30 auch gar nicht aus… äh, nur ein Wort der Weisheit zum Abschluss: nimm das mit dem leidigen Sport mal ein bisschen ernster. Du wirst es dir mal danken.“

„…“

Daher: an dieser Stelle möchte ich, 18 Jahre zu spät, von ganzem Herzen Prof. M. Divjak-Mirwald und Prof. B. Pendl danken… zwei vom damaligen Standpunkt aus höchst mindergeschätzte Damen, ihres Zeichens Gymnasialprofessorinnen. Für Latein und Deutsch. Latein war ja sowieso immer mein absolutes Horrorfach, quasi gleich auf mit Mathematik und Physik, nur dass mich Latein und das ganze Drumherum im Gegensatz zu Mathe und Physik schon durchaus interessiert hat – auch wenn ich halt wirklich schlecht darin war. Selten habe ich während Unterrichtsstunden so geschwitzt, als wenn eine Übersetzung eines lateinischen Satzes auf mich zukam. (Ausser es stand eine Stundenwiederholung in Geographie bei Prof. Bachler an… na, das war immer ein Heidenspass!)

Latein war irgendwie einfach nicht mein Ding… möchte aber doch anmerken, dass ich mittlerweile diese 6(!) qualvollen Jahre doch sehr zu schätzen gelernt habe. Allgemeines Sprachverständnis. Ein Gefühl für romanische Sprachen. Leichteres Merken und Herleiten von Fremdwörtern und Fachbegriffen. Etc.

Jedenfalls. Prof. Divjak-Mirwald legte, zumindest ist dieser Teil sehr in meiner Erinnerung hängengeblieben, immer sehr viel Wert auf korrektes metrisches Lesen der Schriften der altehrwürdigen Herren Autoren. Wer war denn noch gleich dieser Meister des Hexameters… war es Cicero? Ovid? Ja… Ovid. (…oder?) Oh, es war totaler Drill. Übersetzung alleine war nicht genug. Wieder und wieder mussten wir ein und dieselbe Zeile vorlesen, oder ganze Strophen, reihum, bis wir den Hexameter irgendwann mal spielend draufhatten.

Natürlich mussten andere Versfüsse und Versmaße auch zielsicher erkannt werden. Und schliesslich kam es, wie es kommen musste: ich konnte es irgendwann.

Ähnlich Prof. Pendl im Deutschunterricht, die ihrerseits ebenfalls grossen Wert auf „Textbesprechungen“ literarischer Werke legte. Zu jedem gelesenen Reclam-Heft (- und deren gab es im Lauf der Jahre Viele!) war im Anschluss als Hausübung a) eine Inhaltsangabe zu schreiben und b) eine ausführliche Textbesprechung zu machen. Also, im Klartext: eine Dramen-/bzw. Lyrikanalyse durchzuführen. Auch das hatte ich irgendwann drauf, auch wenn ich es bis zuletzt abgrundtief hasste.

(Oft erkennt man den Wert einer Sache ja eben erst im Nachhinein… mein Kreis schliesst sich, nach 18 Jahren.)

Denn, jedenfalls, als im Studienbrief zum ersten Mal das Wort „Jambus“ auftauchte, dachte mein Hirn – vollautomatisch und 18 Jahre nachdem ich das letzte Mal bewusst etwas mit dieser Thematik zu tun hatte – instinktiv: „Trochäus – Daktylus – Anapäst“. Faszinierend. Nur der Spondäus war mir adhoc kein Begriff mehr. Und zur Worterklärung des Hexameters fingen die Silben in meinem Kopf an, im Dreivierteltakt zu tanzen. Einfach so. Paarreim, Kreuzreim, Enjambement, Alliteration, männliche und weibliche Kadenz, elegisches Distichon… alles irgendwie irgendwo in einer alten, verstaubten Lade abgespeichert und bereit, knarrend und knarzend natürlich, geöffnet zu werden. Meine lieben Gym-Professorinnen haben also ganze Arbeit geleistet, denn auch wenn ich damals vor Langeweile oft beinahe gestorben wäre, so ist ganz offensichtlich dennoch eine Menge hängengeblieben, die ich jetzt sehr gut brauchen kann.

Also, meine lieben zwei Damen, wenn Sie das hier vielleicht einmal im Zuge einer Selbstergoogelung lesen sollten, dann betrachten Sie sich bitte hiermit als im Nachhinein hochverehrt und mit Dank überschüttet.

Und ich gebe zu: zum ersten Mal seit letztem Semester beginne ich nachzuvollziehen, warum manchen Studenten das Modul L1 so gefällt. Meine wöchentlichen Treffen mit Komillitonin #C werden immer produktiver und sinnvoller – etwas, das eben heute ganz besonders aufgefallen ist.

Lyrikanalyse war trotz meiner latenten, verstaubten Erinnerungsfetzen ein zunächst scheinbar unüberwindbarer Berg an Fachbegriffen, die sich nicht auf Anhieb anhand der zur Verfügung stehenden Unterlagen sinnvoll strukturieren liessen. Ein Berg chaotischer Unterlagen! Verzweifelt hochgezogene Augenbrauen und fragende Blicke zwischen mir und #C.

Und dann, auf einmal… lief’s plötzlich. Wie ganz von allein. Struktur fand ins Chaos, Wissen bahnte sich seinen Weg in unsere Köpfe, Licht ins Dunkel, Aha-Erlebnisse am Fliessband. Mehr und mehr Details aus meiner Erinnerungskiste. Gar nicht so schwer. Und gar nicht so erschlagend, erdrückend, wie zu Beginn noch wahrgenommen. Zusammen geht alles leichter… alleine hätte ich viel früher aufgegeben, lange bevor der erste Schimmer des wirklichen Verstehens/Erinnerns am Horizont erschienen wäre. Lernen mit #C macht Spass und motiviert… und am Ende haben wir doch tatsächlich Lyirk analysiert! Sapperlott.

Wenn das so weitergeht, sehe ich das Problem am Bestehen von L1 eigentlich nicht mehr. Und: Lyrikanalyse macht doch tatsächlich Spass – Heureka.

Es ist vollbracht…

…die Abmeldung, nämlich. Oh… ja, ich hab’s gerade getan und mich endgültig von der L1-Klausur abgemeldet. Fest steht es zwar schon ca. seit einer Woche nach meinem Gespräch mit Kommilitonin #C, aber die Abmeldung auch wirklich durchzuführen und damit endgültig zu machen, hat mich trotz Allem Überwindung gekostet.

Ich bin nicht glücklich darüber, ganz und gar nicht. Ein ganzes Semester zu verlieren liegt mir schwer im Magen, auch wenn die Gründe dafür durchaus legitim sind und ich mir im Grunde nichts vorzuwerfen habe. Das sagt sogar Geo, der mich sonst bis jetzt immer unter Androhungen aller möglichen Sanktionen zu den Klausuren quasi hingetreten hat, wenn ich kurz davor mal wieder alles hinschmeissen wollte. (Im übertragenen Sinn, natürlich.) In Wahrheit war sogar er es, der meinem Gehadere mit diesem Semester den Garaus gemacht hat und mich davon überzeugt hat, dass man Familie, Job, Studium und Umzug eben nicht so ohne Weiteres unter einen Hut bringen muss.

Und recht hat er… trotz aller Beteuerungen in meinem letzten Posting: nach 2 Monaten der schweren Arbeit und zusätzlicher harter Deadlines im Büro pfeife ich quasi aus dem letzten Loch. Selbst wenn L1 mich motiviert hätte wie bis jetzt kein anderes Modul, ich hätte am Ende keine Energie mehr gehabt, mich gewissenhaft auf die Klausur vorzubereiten. Ich hake es mental ab – und wende mich optimistisch dem nächsten Semester zu.

Mehr noch: ich komme zu dem Schluss, dass L1 mir sowas von absolut nichts rausreisst, sodass ich es vermutlich gar nie abschliessen werde. Ist auch gar nicht zwingend notwendig, wenn ich mich auf die Fächerkombi Geschichte und Philosophie festlege. Live and learn.

Ich geniesse diese Klausurphase daher stressfrei – wünsche aber allen fleissigen L1-Kommilitoninnen, die ich im Laufe dieses Semesters kennengelernt habe, aber auch allen anderen Hagen-Fernstudis, sowie ganz besonders einem ganz bestimmten P1-Klausurenschreiber, gutes Gelingen für die anstehenden Klausuren. Nächstes Semester bin ich auch wieder mit vollem Einsatz dabei!

Schweren Herzens…

Schweren Herzens gebe ich meine Kapitulation bekannt.

Nein – nicht vor dem Studium!

Aber definitiv vor diesem Semester. Ein Umzug (- vor allem einer mit 2 Kindern) ist weit aufwändiger, als ich mir das so zu Beginn vorgestellt habe. Man zieht definitiv nicht „mal so“ mitten im Semester um, sondern in Wahrheit ist das ist ein wochenlanges, sehr anstrengendes Commitment, das nebenher absolut keine Zeit für andere Dinge lässt. Vom Packen der ersten Kisten bis jetzt sind bereits 1,5 Monate vergangen und bis jetzt sind wir noch nicht mit Allem fertig. Circa ein Viertel der Boxen steht noch verpackt in der Gegend herum, während der ganze Rest zugegebenermaßen eigentlich eh schon ganz ansehlich aussieht.

Der Teufel liegt, wie fast immer, im Detail. Daher wird das Projekt Umzug auch sicher noch ein Weilchen dauern. Und ganz abgesehen davon, dass ich ohnehin nicht vernünftig lernen kann, wenn rund um mich das pure Chaos herrscht, konnte ich es dann auch mit mir selbst nicht verantworten, mich irgendwo mit einem Studienbrief hinzusetzen, während Geo rund um mich herum räumt und schraubt und putzt.

Somit sind de facto 2 Monate des Semesters verloren – und diese neben dem Vollzeitjob und der Familie aufzuholen, erachte ich als mehr als unrealistisch. Unmöglich, eigentlich.

Ich habe mich daher entschlossen, L1 dieses Semester nicht mitzuschreiben. Ich werde sehr wohl weiterlernen und exzerpieren und üben, aber für die Klausur ist die Zeit einfach nicht ausreichend. Um das Semester hoffentlich nicht völlig zu verlieren, werde ich nächstes Semester L1 alsWiederholer belegen und die Klausur schreiben, sowie eine Hausarbeit (- G2?) verfassen und somit (hoffentlich) 2 Module abschliessen. Dann wäre der momentane herbe Verlust in Wahrheit gar keiner.

Es ärgert mich sehr, aber im Moment sehe ich für mich keine andere Möglichkeit.