Literaturbeschaffung für meine Hausarbeit

Endlich habe ich meinen Worten Taten folgen lassen: ich war heute in der Bücherei Wien und habe zwar meinen Ausweis nicht erneut zu einer funktionierenden Jahreskarte aktualisieren lassen, weil mir 30€ dann doch ein wenig zu viel waren, aber eine Tageskarte um 4€ habe ich mir besorgt und mir damit 2 Bücher entliehen:

„Das Unbehagen der Geschlechter“ (Judith Butler), zur Zeit auf amazon.de um 13,00€ als Taschenbuch käuflich zu erwerben und mit 219 Seiten hoffentlich innerhalb meines groben (und optimistischen) Zeitplans zu bewältigen.

Die zeitgenössischen feministischen Debatten über die Bedeutungen der Geschlechtsidentität rufen immer wieder ein gewisses Gefühl des Unbehagens hervor, so als ob die Unbestimmtheit dieses Begriffs im Scheitern des Feminismus kulminieren könnte. Möglicherweise muss aber dieses Unbehagen nicht zwangsläufig mit einer negativen Wertigkeit behaftet sein. Im herrschenden Diskurs meiner Kindheit galt ›Schwierigkeiten machen‹ als etwas, das man in keinem Fall tun durfte, und zwar gerade, weil es einen ›in Schwierigkeiten bringen‹ konnte. (Quelle: amazon)

Das zweite Buch war eigentlich nicht geplant, aber ist mir im Englischen Abteil der Gender Literatur mehr oder weniger zufällig entgegengehüpft: „The Judith Butler Reader“ (Sarah Salih & Judith Butler) und ist vielleicht als Unterstützung zum oben genannten Hauptwerk ganz hilfreich.

„The Judith Butler Reader“ is a collection of writings that span her impressive career and trace her intellectual history. Judith Butler, author of influential books such as „Gender Trouble“, has built her international reputation as a theorist of power, gender, sexuality and identity. The book is organized in active collaboration between Judith Butler and Sara Salih. It collects together writings that span Butler’s impressive career as a critical philosopher, including selections from both well-known and lesser-known works. It also includes an introduction and editorial material to assist students in their readings of theories that stand at the forefront of contemporary theoretical and political debates. (Quelle: amazon)

Das dritte Buch, schließlich, befindet sich quasi als „Standardwerk“ zum Thema schon länger in meinem persönlichen Fundus – was allerdings nicht heißt, dass ich es bereits gelesen hätte – und muss ebenfalls noch im Zeitplan bewältigt werden: „Bi: Notes for a bisexual revolution“ (Shiri Eisner). Das Buch habe ich vor 3 oder 4 Jahren zu Weihnachten geschenkt bekommen und seither noch keine Zeit gefunden, mich ernsthaft damit zu befassen. Dementsprechend groß ist meine Freude, das jetzt tun zu können – und sogar sinnvoll für mein Studium verwerten zu können.

Depicted as duplicitous, traitorous, and promiscuous, bisexuality has long been suspected, marginalized, and rejected by both straight and gay communities alike. Bi takes a long overdue, comprehensive look at bisexual politics- from the issues surrounding biphobia/monosexism, feminism, and transgenderism to the practice of labeling those who identify as bi as either too bisexual“ (promiscuous and incapable of fidelity) or not bisexual enough“ (not actively engaging romantically or sexually with people of at least two different genders). In this forward-thinking and eye-opening book, feminist bisexual and genderqueer activist Shiri Eisner takes readers on a journey through the many aspects of the meanings and politics of bisexuality, specifically highlighting how bisexuality can open up new and exciting ways of challenging social convention. Informed by feminist, transgender, and queer theory, as well as politics and activism, Bi is a radical manifesto for a group that has been too frequently silenced, erased, and denied – and a starting point from which to launch a bisexual revolution. (Quelle: amazon)

Der Bogen von Butler zu Eisner will noch sinnvoll gespannt werden… mein Kopf ist fieberhaft am Drübernachdenken: Gender Performativität nach Butler und die Frage nach der Performativität von Bisexualität, die Butler in ihren Ausführungen bis jetzt ja bekannterweise übergangen hat. So, oder so ähnlich, jedenfalls.

Ist dieses Semester wirklich das Semester, in dem ich tatsächlich meine erste Hausarbeit zu Papier bringen werde? Well, tickle me pink! (Tickle me pink-purple-blue, rather – schließlich ist gerade auch noch das pride month in vollem Gange und wer am Samstag noch nichts vorhat, ist sehr gerne bei der Wiener Regenbogenparade gesehen! <shameless plug> Insbesondere freuen wir uns natürlich auch über Besucher bei unserem Stand im Pride Village am Rathausplatz, bzw. über Support für unsere Fußgruppe, die dieses Jahr mit der Startnummer 24 um den Ring ziehen wird! </shameless plug> Und all das dieses Jahr leider ganz ohne mich, da ich dieses Wochenende familienbedingt nicht in der Stadt sein werde – mein Herz blutet! In Gedanken marschiere ich aber natürlich mit.)

Aber zurück zum eigentlichen Thema! Der Hauptunterschied, jedenfalls, zwischen einer Jahreskarte und einer Tageskarte in der Bücherei liegt außer im Preis in dem Faktum, dass man ein per Tageskarte entliehenes Buch nicht verlängern kann. Ich habe jetzt also 4 Wochen Zeit, mich mit den beiden entliehenen Büchern auseinanderzusetzen. Nach Adam Riese zahlt sich eine Jahreskarte wirklich erst ab dem 8. Bücherei-Besuch aus. Ich glaube vorerst nicht, dass ich auf diese Anzahl kommen werde.

That said, jetzt muss ich mir erstmal einen vernünftigen Zeitplan überlegen. In einem ersten Schritt gilt es, die beiden Butler-Werke zu lesen und relevante Teile daraus zu bearbeiten. Danach das Eisner-Buch. Als Teilzeitstudent hat man jedenfalls 6 Wochen Zeit, eine Hausarbeit zu verfassen. Da das Semester am 30. September endet, muss ich allerspätestens Mitte August mit dem Schreiben beginnen, um noch in diesem Semester abgeben zu können. Vorausgesetzt, dass ich einen Betreuer finde, der sich meines Themas annimmt, scheint mir das im Moment noch absolut machbar zu sein.

Ein Kommentar zu “Literaturbeschaffung für meine Hausarbeit

  1. Zu Judith Butler als Sekundärliteratur hatte ich letztes Jahr Paula-Irene Villa: Judith Butler. 2., aktualisierte Auflage. Frankfurt: Campus Verlag 2012 gelesen, dieses Jahr zur PV Genderforschung im Februar Franziska Bergmann / Franziska Schößler / Bettina Schreck: Gender Studies. Bielefeld: transcript Verlag 2012 und habe jetzt Eva von Redecker: Zur Aktualität von Judith Butler. Einleitung in ihr Werk. Wiesbaden: VS Verlag 2011gekauft. Zum Thema Bisexualität empfehle ich The Bi-Ble (meine Rezi https://www.amazon.co.uk/review/R22PA5VT050FUH/ref=cm_cr_othr_d_rdp_perm?ie=UTF8 ) und Purple Prose: m.E. praktischere als Notes for a Bi Revolution.

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